Elternarbeit - Teil 2: Elternmitbestimmung

Shownotes

Elternarbeit, Teil 2: Elternmitbestimmung Zu Gast ist erneut Markus Sänger, Vertreter der Arbeitsgemeinschaft der Schulelternbeiräte in Mainz und Umgebung (ARGE-SEB). In dieser Folge geht es unter anderem um:

  • Elternmitwirkung und Elternmitbestimmung in der Praxis

  • Schulausschuss und Gesamtkonferenz

  • gesetzliche Rechte und tatsächliche Einflussmöglichkeiten

  • Zusammenarbeit zwischen Eltern, Lehrkräften und Schulleitung

  • Vertrauen als Grundlage guter Elternarbeit

  • Zeit, Berufstätigkeit und Freistellung für Elternvertreterinnen und Elternvertreter

  • soziale Voraussetzungen für ehrenamtliches Engagement

  • Frauen in der Elternvertretung

  • Eltern mit Migrationsgeschichte und sprachliche Barrieren

  • verständliche Kommunikation schulischer Abläufe

  • Beteiligung, Demokratiebildung und gemeinsame Verantwortung

  • Wünsche an das Bildungsministerium und an die zukünftige Ausgestaltung von Elternmitbestimmung

Wichtige Links: Elternmitwirkung in Rheinland-Pfalz – Elternrechte und Elternpflichten https://bildung.rlp.de/eltern/elternmitwirkung/elternrechte-und-elternpflichten Landeselternbeirat Rheinland-Pfalz https://bildung.rlp.de/leb Service und Arbeitshilfen des Landeselternbeirats https://bildung.rlp.de/leb/service Arbeitshilfen für Elternvertretungen https://bildung.rlp.de/eltern/elternmitwirkung/arbeitshilfen-fuer-elternvertretungen-muster Allgemeine Informationen zur Elternmitwirkung in Rheinland-Pfalz https://bildung.rlp.de/eltern/elternmitwirkung

📌 Kontakt 🌐 www.diemachtderschule.de 📷 Instagram: die_macht_der_schule ✉️ kontakt@diemachtderschule.de 🌐 ARGE-SEB Mainz: https://www.arge-seb.de/

Transkript anzeigen

00:00:01: Hallo und herzlich willkommen bei Die Macht der Schule, den Podcast für Bildungsgerechtigkeit und Demokratie.

00:00:06: Ich bin Rosetta und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid!

00:00:15: Heute ist wieder ein Gast bei mir, der schon einmal hier im Podcast war – Markus Sänger von der Arbeitsgemeinschaft der Schuheltern-Beiräte in Mainz und Umgebung, der Aage SCB.

00:00:27: Herzlich Willkommen Herr Sänger!

00:00:29: Ja super lieben Dank für die Einladung.

00:00:31: Ich freue mich total auf unseren Podcasts.

00:00:47: In unserer letzten Folge ging es um die Kommunikation zwischen Eltern, um Klassenchats, Missverständnisse und die Frage wie gut Kommunikationsgelingen kann.

00:00:58: Heute geht es um Elternmitwirkung und Eltern mitbestimmungen der Schule.

00:01:02: Die Elternmitwirkung ist in den Schulgesetzen der Bundesländer unterschiedlich geregelt aber das Grundprinzip ist ähnlich Eltern sollen nicht nur informiert werden Sie werden angehört, wirken in schulischen Gremien mit und haben bei bestimmten Entscheidungen auch weitergehende Mitbestimmungs- und Zustimmungsrechte.

00:01:21: Für Rheinland-Pfalz – wo sie als Vorsitzender der AGSB Tätig sind, Herr Sänger – wird das besonders deutlich beschrieben.

00:01:29: Dort unterscheidet das Schulgesetz beim Schulleiternbeirat zwischen Anhörung, Benehmungsherstellung und Zustimmung.

00:01:36: Auch in den Handreichungen wird der Anspruch ziemlich deutlich

00:01:39: formuliert.".

00:01:41: Schule und Eltern sollen partnerschaftlich zusammenwirken.

00:01:45: Bildung wird als Gemeinschaftsaufgabe also verstanden, und die Mitwirkungen der Eltern ausdrücklich hervorgehoben.

00:01:53: Auf dem Papier ist das eine ganze Menge!

00:01:56: Aber wie sieht es in der Praxis aus?

00:01:59: Wir leben sie aus ihrer Arbeit als Vorsitzender der AGSB – die tatsächlichen Möglichkeiten der Eltern mit Bestimmung an den Mainzer

00:02:05: Schulen.".

00:02:10: Also sie haben jetzt tatsächlich aus der Elternbroschüre des Landes, das Bildungsministerium des Landes Rheinland-Pfalz zitiert und Papier ist.

00:02:21: da muss ich leider diesen Klassiker wieder gebrauchen.

00:02:25: Ich hasse ihn auf den Tod eigentlich.

00:02:28: Papier is sehr geduldig vor allen Dingen wenn es in außenwirksamen oder möglicherweise außen wirksamen Broschüren steht.

00:02:36: Tatsächlich bezieht sich ja wenn wir das Schulgesetz an sich angucken, die maximale rechtliche Möglichkeit, die man als Eltern teilt.

00:02:48: Egal ob man jetzt im Landeselternrat ist, im Regionalelternrad, im Schullelternbeirat oder Klassenelternsprecher oder tatsächlich einfach Simpli Papa und Mama ist... Ist es doch etwas reduziert?

00:03:06: Und ist es sehr stark davon abhängig wie lokal man mit der schulleitung tatsächlich vernetzt ist und Wie viel gut will aufseiten, der schuleitung da ist.

00:03:21: ich nenne mal das stärkste die rechtlich starkste möglichkeit die ein eltern kremium haben kann dass es das benehmen.

00:03:32: die demokratischen Entscheidungsgremien wie die gesamtkonferenz oder der schulausschuss wo Eltern, Schüler und Lehrer gemeinsam über die Entwicklung der Schule bestimmen sind ja rein von der Stimmenverteilung schon so ausgelegt dass die Schüler und die Eltern jeweils acht Stimmen in einer sehr großen Schule haben.

00:04:00: Und das Lehrekollegium Allein Achtzig.

00:04:03: Das zeigt ein bisschen die Parität, die man in so einer Entscheidungsmöglichkeit hat.

00:04:10: Im Schulausschuss sieht es ein bisschen anders aus.

00:04:12: da sind wir tatsächlich ein Drittel Eltern, ein Drittel Lehrer, ein drittel Schülervertreter und wenn die Schüler und die Eltern sich zusammen rotten würden dann könnte man tatsächlich auch einzelne Entscheidungen beeinflussen.

00:04:31: oder kann man auch tatsächlich einzelne Entscheidungen beeinflussen?

00:04:41: Wenn man sich die verschiedenen Bundesländer anschaut, gibt es unterschiedliche Modelle.

00:04:46: Die Kremien heißen unterschiedlich und haben auch unterschiedliche Rechte.

00:04:50: aber interessant finde ich vor allem die Frage wie Eltern Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte dort tatsächlich an Entscheidungen beteiligt sind.

00:04:59: in Rheinland-Pfalz gibt es dafür den Schulausschuss Und der ist paritätisch besetzt.

00:05:04: Lehrkräfte Eltern sowie Schülerinnen und Schüler sind dort gleichberechtigt vertreten, das finde ich ein sehr demokratisches Prinzip weil nicht eine Gruppe alleine entscheidet sondern drei unterschiedliche Perspektiven mit dem gleichen Gewicht zusammenkommen.

00:05:18: Also

00:05:18: es gibt Dinge wo der Schulausschuss tatsächlich kein Weg an den Schulauschuss vorbeikommt.

00:05:27: Das ist zum Beispiel bei Ordnungsmaßnahmen teilweise Wo der Schulausschuss mit drin ist.

00:05:33: oder wenn es jetzt zum Beispiel, wir hatten das mit der Handyordnung.

00:05:37: Die schlüssendlich muss diese Handyordnung also die

00:05:42: bzw.,

00:05:43: die Hausordnung der Schule durch den Schulauschuss.

00:05:48: und wenn man das durch den Schulausschuss bringen möchte dann muss man tatsächlich alle drei Partner durchkriegen.

00:05:55: Und

00:05:55: was ist mit der Gesamtkonferenz?

00:05:57: Die Gesamt Konferenz bestätigt nachher nochmal die Entscheidung vom Schulausschuss.

00:06:03: Das heißt, das letzte Wort hat dann wieder die Gesamtkonferenz...

00:06:07: Und genau da würde ich gerne noch einmal hinschauen Herr Sänger!

00:06:10: Der Schulauschuss ist ja paritätisch besetzt.

00:06:12: Gleichzeitig gibt es Entscheidungen bei denen anschließend auch die Gesamtskonferenzen eine Rolle spielt und dort sind die Mehrheitsverhältnisse völlig anders.

00:06:21: Wie weit reicht eigentlich diese paritätische Mitbestimmung des Schulauses?

00:06:26: Und was passiert konkret, wenn Schulausschuss und Gesamtkonferenz bei einer solchen Entscheidung zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen?

00:06:33: Dann läuft der Prozess wieder von vorne durch.

00:06:37: Der vorgeschaltete Schulauschuss sagt dann okay das können wir in die Gesamtkonferenz zur Entscheidung geben weil da ist es tatsächlich eine gleichmäßig verteilte Verantwortung zwischen Eltern, Schülern und Lehrkräften.

00:06:52: Das ist das was ich gemeint habe mit speziell in Broschüren, Papier sehr geduldig ist.

00:07:00: Und zumindestens in Rheinland-Pfalz die Mitwirkung der Eltern auf dem Papier oftmals kommuniziert wird aber dann doch sehr stark davon abhängig ist wie das Ministerium uns folgt.

00:07:19: freiwillig dass die Schulleitung uns folgen.

00:07:23: freiwilliger Und dazu müssen wir noch versuchen, den Willen unserer... oder die Position unserer Eltern, die wir vertreten zu berücksichtigen.

00:07:35: Es gibt sicherlich Schulleiternvertreter, denen es schwerer fällt als mir ihre Position innerhalb der Schule und innerhalb der Bezirksregierung und das Landes klarzuformulieren aber das macht die Arbeit halt sehr schwer, sehr frustrierend Und in dem Zug auch, und das muss ich ganz fair sagen sehr unattraktiv für Eltern.

00:08:03: Weil wenn wir uns jetzt mal überlegen dass neunzig Prozent unserer Eltern berufstätig sind.

00:08:10: die kommen nach nine to five In den Schuleltern Beirat und wollen was bewegen.

00:08:18: weil wer kommt denn in so ein Gremium?

00:08:20: rein nur Menschen die tatsächlich etwas bewegen wollen?

00:08:27: Konstellation und stellen dann relativ schnell fest, dass sie ohne Konsent der Schulleitung quasi gar nichts machen können.

00:08:53: Erdenarbeit wird in der Schule ja häufig sehr schnell auf organisatorische Dinge reduziert.

00:08:58: Schulfeste, Kuchenbacken – solche Dinge eben!

00:09:00: Aber Eltern wirklich in die schulischen Prozesse und Entscheidungen einzubeziehen ist noch einmal etwas ganz anderes.

00:09:08: Ich habe das als Schulleiterin selbst immer als Entlastung erlebt gerade auch bei schwierigen Entscheidungen.

00:09:13: nicht weil man Verantwortung abgibt sondern weil man Verantwortung miteinander teilt.

00:09:19: Gleichzeitig habe ich aber auch erlebt, wie schwer sich Schulen in diesem Punkt damit manchmal tun.

00:09:24: Eltern werden dann eher als diejenigen wahrgenommen, die sich einmischen statt als Partner, die einfach eine andere Perspektive einbringen.

00:09:31: Ich habe darüber einmal mit Lehrkräften aus meinem Freundeskreis gesprochen und gesagt, wie wichtig ich die Eltern Mitbestimmung finde.

00:09:38: Die Reaktion war ziemlich eindeutig!

00:09:40: Wir sind doch die Experten – was wollen denn die Eltern da?

00:09:44: Also nein wir haben keine akademische Ausbildung Aber wir haben sehr lange Windeln gewechselt.

00:09:51: Wir kennen unsere Kinder ziemlich genau, und wir können meinen oftmals die Bedürfnisse unserer Kinder sehr gut zu kennen.

00:09:59: Schlussendlich muss man das natürlich einschränken weiß meistens sogar das Kind selber noch nicht mal mehr welches bedürfnis es tatsächlich hat.

00:10:07: aber wir haben eine grobe Idee Und ich glaube dass in vielen Situationen die Eltern in vielen kritischen also Ich meine damit jetzt wirklich richtig kritische Situationen, die Eltern ein unverzichtbares Element sein müssen und auch sind.

00:10:32: Weil Situationen total schnell eskalieren können.

00:10:37: Das muss gar nicht irgendwie mit persönlicher Sicherheitswingend zusammenhängen.

00:10:43: Alle haben's sicherlich auch schon mal erlebt der ominöse Anruf im Sekretariat morgens um viertel vor acht.

00:10:52: wir kommen jetzt mal vorbei und haben nicht nur geschenke dabei.

00:10:56: wer kriegt den ersten anruf nach der polizei?

00:11:01: in der regel doch hoffentlich die eltern also die elterntvertretung.

00:11:05: und dann spricht man mit den menschen und sagt okay so und so schaut es aus und tut mir bitte eingefallen haltet mir bitte mal für zwei stunden den rücken frei damit ich hier agieren kann, damit wir Dinge umsetzen können.

00:11:19: Das machen wir als Elternvertreter.

00:11:22: Schade ist es nur dass diese Situation vor allen Dingen dann auftreten... Also diese Rückfrage können Sie mir bitte mal den Rücken frei halten.

00:11:33: Meistens dann auftauchen wenn das Kind schon ziemlich im Brunnen liegt und das ist so ein Symptom was ich bei uns in der Rheinland-Pfälzischen Schulgesetzgebung so ein bisschen durchzieht.

00:11:48: Ja, klar Eltern ihr seid wichtig aber so wichtig dass ich mich an eure Entscheidungen halten muss oder eine neue Meinung orientieren muss?

00:11:59: Seid ihr dann doch nicht.

00:12:00: und das ist natürlich auch im aktiven Schulleben häufig der Fall!

00:12:06: Ich möchte nicht sagen dass es immer der fall das gibt.

00:12:10: Ich weiß auch von einigen schulen in denen das anders gehandhabt wird Indem es tatsächlich eine vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Eltern und Schulleitungen gibt, wo man auch sagen kann, ich hab da was.

00:12:26: Was bitte jetzt erst mal nicht nach draußen kommuniziert werden muss?

00:12:30: Also von beiden Seiten.

00:12:32: Aber

00:12:32: was können andere Schulen eigentlich von den Schulen lernen bei denen diese Zusammenarbeit offenbar gut funktioniert?

00:12:38: Ich glaube das ein wesentlicher Punkt in dieser Arbeit ist, dass es einen Vertrauensverhältnis zwischen Lehrern Und Eltern gibt und Bildungsarbeit.

00:12:48: Das wissen wir, glaube ich alle ist in allererster Linie Beziehung und Vertrauensarbeit.

00:12:55: Wir Eltern geben unseren größten Schatz den wir haben In die Obhut von fremden Menschen Die wir bis zum ersten Schultag nicht kennen Und hoffen und wissen dass es unseren Kindern gut geht.

00:13:13: Und diesen Vorschuss den wir ein Stück weit fremde Menschen geben müssen.

00:13:24: Den würde ich mir wünschen, dass der in einem Stück weit zurück kommt.

00:13:27: Dass man sich in vielen Fällen nicht als Gegner betrachtet sondern tatsächlich als gemeinsame Interessensgemeinschaft und das gestaltet sich tatsächlich oftmals schwierig und ich glaube, dass viele Herausforderungen die wir im aktiven Schulleben haben weniger groß und weniger erschreckend wirken werden würden, wenn wir sie zu zweit oder im besten Fall sogar zutritt.

00:14:00: Nämlich wir haben hier drei Säulen im Schulleben zusammennehmen.

00:14:07: Denn viele Sachen sind ganz schön hart auch für die Schulleitung, wenn sie dort alleine steht.

00:14:26: Vielen Dank ist mir bei der Vorbereitung unseres Themas noch gekommen, Herr Sänger!

00:14:29: Scheitert Elternarbeit nicht auch an der Zeit, die Eltern überhaupt zur Verfügung haben?

00:14:33: Sie haben vorhin nämlich mit Recht gesagt dass die meisten Eltern berufstätig sind und die Termine häufig am Abend stattfinden.

00:14:40: Viele sagen dann irgendwann ach dafür habe ich eigentlich keine Zeit mehr.

00:14:44: Könnte man Elternvertreter nicht stärker entlasten damit sie sich anders einbringen können?

00:14:49: Für bestimmte Konferenzen gibt es ja schon die Möglichkeit, sich vom Arbeitgeber freistellen zu lassen.

00:14:54: Aber müsste man nicht noch weitergehen und beispielsweise auch den Verdienstausfall angemessen ausgleichen?

00:15:01: Ich glaube damit würde man Elternvertretung auch einen anderen Stellenwert geben!

00:15:06: Man würde deutlich machen das ist nicht irgendein Ehrenamt dass man nebenbei macht sondern eine wichtige Aufgabe.

00:15:13: Eltern sind Teil der Schule.

00:15:15: und schließlich könnte man damit vielleicht auch erreichen, dass sich insgesamt mehr Eltern am Schulleben beteiligen.

00:15:20: Denn genau das wird von Lehrkräften und Schulleitungen ja oft immer bemängelt – dass das Engagement der Eltern mit zunehmenden Jahrgangsstufen immer weiter abnimmt!

00:15:30: Wäre das nicht ein Schritt in die richtige Richtung Herr Sänger?

00:15:34: Das ist total spannend, weil Sie da gerade einen Task aufmachen, den ich im Landeselternbeirat aufgemacht habe….

00:15:41: Ich war im vorletzten Legislaturperiode ein Teil des Landeselternbeirates und das war einer der Punkte, die wir dort aufgemacht haben.

00:15:55: Denn sie haben in der Theorie einen Anspruch auf Freistellung für Konferenzen oder für ihre Arbeit als Schuleltern-Beirat oder auch als Landeselterne Beirat.

00:16:09: In der Realität sieht die ganze Geschichte dann aber doch ein bisschen anders aus.

00:16:15: Ich musste bei meinem öffentlichen Arbeitgeber, das ist ein öffentlicher Arbeitgeba sehr dafür kämpfen dass man für dieses Ehrenamt tatsächlich eine wie auch immer geartete Freistellung bekommt.

00:16:34: Das geht jetzt nur um die zeitliche Komponente denn Die finanzielle Komponente Für die sie das anrecht haben die so ausgeprägt dass es sich für mich nicht gelohnt hat, das Stück Papier dafür auszufüllen um die entsprechende Kompensation zu erreichen.

00:16:54: Was ich mir halt einfach vorstellen würde ist eine Kompensation des Arbeitszeitausfalls beim Arbeitgeber also das egal ist ob ich jetzt hoch bezahlter Banker bin oder Arbeitskraft beim Netto an der Kasse bin dass es für meine persönliche Lebenssituation keinen Unterschied macht, ob ich in einer Position der Elternvertretung meiner Kinder bin.

00:17:24: Warum ist das für mich wichtig?

00:17:26: Wenn Sie sich angucken welche Menschen im Schulelternbeirat drin sind dann haben sie eine übere Präsentation von Menschen die sozial-ökonomisch gut geht.

00:17:40: Bekanntet ist hier auch, dass der Frauenanteil bei der Elternvertretung sehr hoch ist oder?

00:17:44: Das auch.

00:17:45: Häufig auch Frauen die das in der Kehrarbeit mitabdecken.

00:17:50: aber wenn sie männlich gelesene Menschen haben sind es meistens Menschen die in Familien leben denen es finanziell gut geht und das führt leider dazu dass wir eine Verschiebung der Präsentation der sozialen Realitäten auch im Schulelternbeirat haben.

00:18:14: Definitiv!

00:18:16: Ganz krass sehen Sie das, also wenn sie sich die unterschiedlichen Schulelterbeiräte mal angucken dann haben sie in der Grundschule neunzig Prozent weibliche Mammis, die das über Kehrarbeit machen.

00:18:29: in der weiterführende Schule reduziert sich das ungefähr auf achtzig Prozent.

00:18:34: Und wenn Sie dann in weitere Gremien wie Regionalelternbeirat oder Landeseltern-Beirate gehen, dann gehen sie von fünfzig Prozent bis nachher nur noch zehn Prozent Frauenanteil.

00:18:48: Da stellt sich für mich natürlich wieder die Frage nach Zeit und Vereinbarkeit – und damit sind wir wieder bei unserem Ausgangspunkt!

00:18:54: Wer kann sich dieses Engagement zeitlich überhaupt leisten?

00:18:58: Wir leben Sie das ganz persönliche Sänger als Schulelternvertreter... Also

00:19:02: für mich ... als Schulelternvertreter sind die Vormittagsveranstaltungen und Mittagsveranstalten tatsächlich ein ganz großer, also ein riesengroßes Problem.

00:19:18: Also meine letzte Gesamtkonferenz fängt um vierzehn Uhr dreißig an.

00:19:22: Das Gesamtkonferenzen und Klassenkonferencen und Schulausschusssitzung vorränglich im frühen Nachmittag stattfinden, fördert nicht immer die Aufenthaltswahrscheinlichkeit von Eltern in diesem Zeitraum.

00:19:43: Weil nur sehr wenige Menschen tatsächlich frei sind in der Gestaltung ihres Arbeitsablaufes.

00:19:50: Wenn man ja wieder bei dem Punkt eine Entschädigung oder eine Zusammenarbeit mit dem Arbeitgeber...

00:19:55: Das würde durch eine verpflichtende Zusammenarbeit Geber und das tatsächlich durch nominative Verfahren, würde es die Situation auf beiden Seiten klären.

00:20:10: Und auch vereinfachen weil dann kann man einfach sagen okay egal ob du jetzt ein Mittelständler bist oder ob du Jetzt in Großkonzern bist ob der öffentliche Hand bist oder was auch immer hier ist Die Einladung zur schulausdurchschutz Sitzung zu Gesamtkonferenz oder sonst Irgendwas.

00:20:29: Hier ist ein Mensch, der sich aktiv für auch deine Kinder beteiligt und er hat jetzt einfach einen Anspruch darauf.

00:20:39: Und du musst bitte mit deinem Personal es versuchen zu realisieren oder durch eine Umorganisation der Arbeit an diesem Tag es realisierend das beide Interessen gewahrt bleiben.

00:21:06: Abschließend würde mich noch interessieren, ob wir mit Elternmitbestimmung eigentlich wirklich alle Eltern erreichen.

00:21:12: Ich denke da zum Beispiel an Eltern mit Migrationsgeschichte.

00:21:15: Wir haben ja wirklich sehr viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund an unseren Schulen.

00:21:20: aber erreichen wir deren Eltern auch wirklich?

00:21:23: Wie erleben Sie das Herr Sänger?

00:21:25: sind diese Eltern in den Elternvertretungen genauso vertreten und beteiligt oder gibt es da Unterschiede?

00:21:34: Sehr interessant, weil das ja quasi eine Weiterführung des Punktes ist dem wir vorhin besprochen haben.

00:21:41: Nämlich die welche Eltern haben überhaupt die Chance sich zu beteiligen war vorhin der Fokus primär im sozialen Pekanoeren Bereich aber stimmt ganz klar dass Menschen mit Migrationshintergrund unterrepräsentiert sind in den entsprechenden Gremien und dass es sehr schade ist.

00:22:08: Wir versuchen, dass wir die Eltern durch mehrsprachige Nährflyer in den fünften Klassen erreichen aber tatsächlich ist das nicht so feizient.

00:22:25: auf der anderen Seite muss man natürlich auch sagen, wenn man in einem Gremium ist und viele Dinge diskutiert werden die Hauptsprache Deutsch ist.

00:22:40: Und das tatsächlich dann auch eine Herausforderung betrifft, auch wenn wir die Menschen vorher für das Thema interessiert haben.

00:22:48: Einer der großen Punkte sicherlich auch für die Menschen selber ist, dass sie sich überlegen kann ich denn an der Diskussion tatsächlich auf Augenhöhe teilhaben?

00:23:00: Wenn ich selber vielleicht Sprachhindernisse habe... Ich persönlich möchte gerne alle Menschen und alle Sichtweisen beteiligen.

00:23:10: Stichwort Meinungsfreiheit, Interessensausgleich.

00:23:14: Auf der anderen Seite muss man aber auch eine Arbeitsebene finden mit der die Menschen miteinander arbeiten können also mit der wir uns in den Schulleitern bei Rätten kommunikativ verständigen können.

00:23:40: Ich finde aber da hat Schule eine wichtige Aufgabe.

00:23:44: Wir können die Verantwortung nicht nur bei den Eltern sehen.

00:23:47: Schule muss auch erklären, was an der Schule eigentlich passiert und wie bestimmte Dinge funktionieren.

00:23:53: Das betrifft ja nicht nur Eltern mit Migrationsgeschichte.

00:23:56: Schulische Abläufe sind meistens sehr kompliziert – auch Eltern, die gut Deutsch sprechen, verstehen vieles nicht unbedingt sofort!

00:24:03: Wie funktioniert zum Beispiel der Ganztag?

00:24:06: Wie wird gewählt, welche Gremien gibt es?

00:24:08: Wo können Eltern mitreden und mitentscheiden?

00:24:11: Das muss man auch erklären und vielleicht muss man sich manchmal auch ein bisschen einfacher ausdrücken.

00:24:16: Und gerade wenn wir Eltern mit Migrationsgeschichte besser erreichen wollen, reicht es nicht zu sagen, na ja vielleicht verstehen sie die Sprache nicht?

00:24:24: Es geht um viel mehr!

00:24:26: Es geht auch um Vertrauen und darum ob Eltern überhaupt das Gefühl haben dass sie in der Schule willkommen sind und dass ihre Beteiligung gewollt ist.

00:24:35: Ich denke da immer an meine eigenen Eltern, die sind nie zu einem Elternabend gegangen.

00:24:40: Sie konnten die Sprache nicht gut, sie kannten aber auch das Schulsystem nicht und hatten vielleicht auch eine gewisse Scheu

00:24:45: davor.".

00:24:46: Und ich frag mich heute manchmal – was wäre gewesen wenn jemand auf sie zugegangen wäre und gesagt hätte?

00:24:51: Kommen Sie doch vorbei!

00:24:52: Wir würden uns freuen, wenn Sie da sind oder wenn die Schule einen Brief geschrieben hätte.

00:24:56: Denken Sie daran, heut ist Elternabnd, kommen Sie doch einfach

00:24:59: vorbei!".

00:24:59: Und genau an dieser Stelle kann Schule noch viel mehr….

00:25:02: Man kann Eltern persönlich ansprechen, man kann Kennenlern-Tage organisieren.

00:25:06: Das machen ja viele Schulen hier auch gerade in den fünften Klassen!

00:25:09: Man kann Gelegenheiten schaffen bei denen man sich erst einmal kennenlernt und damit das Eis bricht.

00:25:16: Das sind manchmal ganz einfache Dinge aber darüber entsteht Vertrauen – und das können die Elternvertreter nicht alleine leisten.

00:25:23: Da sind wir eigentlich wieder bei dem worüber wir die ganze Zeit sprechen.

00:25:27: Schulleitung, Lehrkräfteeltern Und auch Schülerinnen und Schüler müssen gemeinsam überlegen, wie man Eltern besser erreicht und mitnimmt.

00:25:35: Vielleicht entsteht dadurch mehr Verständnis dafür, wie Schule funktioniert, warum bestimmte Dinge so ablaufen und wo Eltern sich tatsächlich einbringen können?

00:25:44: Für mich gehört genau das zu wirklicher Eltern-Mitbestimmung.

00:25:50: Wenn wir jetzt die Elternabende und den Vorgang ich zum Beispiel die ersten beiden Elternabenden ansprechen, dann ist es... Aufgabe der Schule, die Situation zu nutzen.

00:26:03: Da wo noch die meisten Eltern tatsächlich da sind.

00:26:06: In welcher Schule ist es nicht so?

00:26:08: Die ersten beiden Elternabenden.

00:26:09: Der erste ist für be- neunzig Prozent der Eltern.

00:26:12: Der zweite ist fürben siebzig Prozent von den Eltern und danach kommen nur noch zwischen dreißig und zwanzig Prozent der Eltern auf die eigentlichen Elternabende.

00:26:22: Und von denen zwanzi bis dreißzig Prozent sind auch zehn Prozent, die sich verpflichtet fühlen dort hinzukommen und eigentlich gar keinen Bock drauf haben.

00:26:31: Und nur der Rest hat einen besonderen Fetisch um auf Elternabende zu gehen.

00:26:37: Aber das was sie beschrieben haben ist wie es ihren Eltern aufgrund ihrer Migrationsbiografie gegangen ist.

00:26:45: Das kann ich sehr gut nachvollziehen aber ich muss ehrlich sagen ich habe auch keine Lösung dafür

00:26:54: Aber es bleibt eine gesellschaftliche und politische Herausforderung, oder?

00:26:57: Gerade wenn wir über Demokratiebildung sprechen.

00:27:00: Wenn Menschen also noch nicht so lange in Deutschland leben können wir nicht einfach von ihnen erwarten das System zu kennen und sofort zu verstehen wie unsere Demokratie funktioniert.

00:27:10: Das müssen wir auch erklären.

00:27:12: dazu gehört auch unsere Geschichte.

00:27:14: Warum haben bestimmte Errungenschaften so eine große Bedeutung?

00:27:18: warum sind Frauenrechte für alle so wichtig?

00:27:22: weil Menschen dafür gekämpft haben in der Vergangenheit.

00:27:25: Und deshalb finde ich es wichtig, dass wir diese Eltern mitnehmen und nicht einfach erwarten, da sie all das schon wissen und verstehen.

00:27:34: Das können wir nicht voraussetzen!

00:27:36: Für mich ist genau das Eine wichtige Aufgabe von Schule.

00:27:40: Schule ist eben ein Ort, an dem Menschen mit ganz unterschiedlichen Geschichten zusammenkommen – egal ob sie eine Migrationsgeschichte haben oder nicht!

00:27:49: Und deshalb kann Schule auch ein Ort sein, an den wir lernen miteinander zu leben und Demokratie gemeinsam zu gestalten.

00:27:56: Aber dafür müssen wir die Menschen natürlich erst einmal erreichen und ihnen das Gefühl geben dass ihre Beteiligung gewollt ist.

00:28:06: Wie sehen Sie das Herr Sänger?

00:28:07: Ich finde das Hauptproblem ist, dass wir Menschen generell nur motiviert bekommen wenn sie eine grundsätzliche demokratische Mitbestimmungsrichtung haben.

00:28:30: Und genau das ist das was uns schwer fällt.

00:28:35: Wenn wir das einfach mal angucken, wenn wir mal eine Mail rausschreiben an alle Eltern Wer könnte sich möchte, sich denn an das und das beteiligen?

00:28:46: Ja okay wenn es nur um den Kuchen geht dann geht es relativ zügig aber wenn's dann tatsächlich um mal in der Zeit gibt von zwei Stunden oder sowas die man da irgendwo investiert.

00:28:56: Dann wird der Kreis immer sehr schnell sehr eng.

00:29:00: selbst bei einer tausend fünfhundert tausends zweihundert Schüler fassenden Schule reduziert sich der kreis dann auf fünf Menschen die sich überhaupt in der Lage sehen oder ein Interesse haben daran, sich zu beteiligen.

00:29:16: und witzigerweise ist es bei mir im Schul-Elternbeirat dann ein Paarisch was Migrationen betrifft.

00:29:24: Das sind wir genau aufgeteilt.

00:29:29: Deshalb finde ich das Thema rein migrantisch anzugehen.

00:29:34: Schwierig!

00:29:34: Ich würde es lieber genereller ansehen machen.

00:29:39: zu dem Anfang, Dinge einfacher zu kommunizieren und die Hürde abzubauen selber mitarbeiten.

00:29:50: Zu können und zu dürfen und zu wissen dass man gewollt ist das ist das Problem glaube ich an der ganzen Geschichte.

00:29:59: Und dann ist es auch egal ob das Migranten Eltern sind oder Eltern Die

00:30:05: sich sozial benachteiligt oder bevorteiligt fühlen.

00:30:09: Das ist nämlich der Punkt, den ich sehe.

00:30:11: Aber ich glaube, dass das zu kurz gegriffen ist... Ich glaube wir müssen überlegen wie wir Menschen wieder erreichen und wie wir menschen davon überzeugen, dass sie selber was Gutes für sich und ihre Kinder tun können und dass das jetzt hier gerade eine Schnittstelle ist an dem man tätig werden kann.

00:30:31: Und dazu, das wäre so ein bisschen das abschließende Wort, braucht es älterliche Mitwirkungsrechte nominativ festgelegt sind.

00:30:43: Denn es wird immer wieder die Diskussion geben, sei es mit dem Arbeitgeber oder der Schulleitung.

00:30:50: Welche Rechte haben Menschen, die sich für ihre Kinder und unsere Gesellschaft einsetzen?

00:30:58: Und ich glaube, dass eine nominative Basis ganz wichtig ist!

00:31:02: Zum Schluss frage ich meine Gäste oft gerne nach ihren Wünschen – deshalb auch an sie Wenn Sie einen Wunsch frei hätten, was würden sie sich vom Bildungsministerium wünschen?

00:31:15: Gerade auch in Anbetracht ihrer Arbeit in der Elternvertretung.

00:31:19: Also wenn ich mir etwas wünscht dürfte, würde ich mir einmal eine Änderung im Schulgesetz von Rheinland-Pfalz wünsche die eine tatsächliche Entscheidungsmöglichkeit für Eltern vorsieht und ich würde mir einer Qualifizierungsmaßnahme für Schulleitungen wünsche, in der sind.

00:31:52: Deswegen ganz herzlichen Dank, dass Sie heute wieder bei mir im Podcast waren und das wir uns ausführlich über das wichtige Thema Eltern mit Bestimmung austauschen konnten.

00:32:01: Total gerne!

00:32:03: Ich freue mich immer wenn ich hier sein darf.

00:32:04: es sind immer sehr intensive Gespräche muss ich sagen und meistens muss ich auch noch einige Stunden später nochmal über Gespräch teilen nochmal nachdenken.

00:32:17: Wir haben ja auch gemerkt die eine oder andere Antwort gar nicht so leicht gefallen ist.

00:32:22: Ich schätze das sehr und ich bin gerne auch bei Ihnen im Podcast, da freue ich mich immer sehr

00:32:28: darauf.".

00:32:34: Liebe Hörerinnen und Hörern!

00:32:36: Ich freue mich dass ihr heute wieder dabei wart.

00:32:39: Das Thema Eltern mit Bestimmung hört sich vielleicht zunächst so an als würde es vor allem die Eltern betreffen aber ich finde und ich glaube das ist in unserem Gespräch auch deutlich geworden dieses Thema geht uns alle an Eltern genauso wie Lehrkräfte und Schulleitungen.

00:32:57: Und natürlich auch die Schülerinnen und Schüler.

00:33:00: Gerade wenn wir darüber sprechen, wie wir Demokratie in Schule leben wollen müssen wir auch überlegen, wie alle Beteiligten mitnehmen und ihnen wirklich die Möglichkeit geben sich einzubringen!

00:33:18: Ich hoffe ihr konntet aus dem Gespräch mit Herrn Sänger und mir etwas mitnehmen.

00:33:22: Gebt mir gerne eine Rückmeldung.

00:33:23: ich freue mich sehr darüber.

00:33:28: Vielen Dank fürs Zuhören Bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.