Lernen in Norwegen - KI, Wohlbefinden und Zugehörigkeit

Shownotes

Norwegen gilt in vielen Bereichen als Vorreiter im Bildungssystem. Doch was genau macht das Land anders?

Gemeinsam mit Dr. Andreas Dammertz spreche ich über internationale Lernreisen der Robert Bosch Stiftung — von Stanford über Vancouver bis nach Norwegen. Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen wie:

  • Wie wird KI dort bereits im Unterricht genutzt?
  • Warum spielen Wellbeing und Belonging eine so große Rolle?
  • Welche Bedeutung haben Beziehung, Zugehörigkeit und Wertschätzung für erfolgreiches Lernen?
  • Warum gelingt Digitalisierung in Norwegen oft unkomplizierter als bei uns?
  • Welche Rolle spielt der Föderalismus?
  • Und was könnte Deutschland konkret davon lernen?

Außerdem sprechen wir über:

  • Kinderarmut
  • Migration und Fluchterfahrung
  • psychische Belastungen bei Kindern und Jugendlichen
  • die Rolle von Lehrkräften im Zeitalter von KI
  • und die Frage, warum Schule immer auch Sozialraum bleibt.

Mein Gast: Dr. Andreas Dammertz Senior-Experte bei der Robert Bosch Stiftung

Themen der Folge:

  • Lernreisen & internationale Bildungssysteme
  • KI im Unterricht
  • LearnLab & EduGain
  • Demokratiebildung
  • Wellbeing & Belonging
  • Digitalisierung
  • Föderalismus
  • Schule der Zukunft

Mehr zum Podcast:

Transkript anzeigen

00:00:08: Könnt ihr euch vorstellen, dass es in Europa bereits Länder gibt, die im Umgang mit künstlicher Intelligenz im Schulalltag viel weiter sind als wir?

00:00:17: Länder, in denen KI teilweise schon so selbstverständlich genutzt wird wie bei uns das Aufschlagen eines Schulbuches.

00:00:24: Länder, indem das Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler – auch das Gefühl von Zugehörigkeit eine zentrale Rolle spielen ….

00:00:31: Und könnt ihr euch vorstellen, dass Delegationen aus Deutschland genau deshalb auf sogenannte Lernreisen gehen?

00:00:37: Um sich solche Bildungssysteme anzuschauen von ihnen zu lernen und Impulse für das eigene Bildungs-System mitzunehmen.

00:00:45: Nein... Doch!

00:00:47: Genau das passiert bereits.

00:00:56: Herzlich willkommen bei Die Macht der Schule.

00:00:58: Ich bin Rosetta und ich freue mich, dass ihr hier wieder dabei seid.

00:01:08: Heute habe ich einen Gast, der solche Lernreisen bereits begleitet hat und der gerade von einer spannenden Lern-Reise aus Norwegen zurückgekehrt ist.

00:01:16: Dr.

00:01:17: Andreas Dammerz – er ist Seniorexperte bei der Robert Bosch Stiftung und leidet dort unter anderem das Fortbildungsprogramm Meta für Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit Stanford sowie das KI Innovationslabor, in dem zwanzig Schulen Erfahrungen im Unterricht gesammelt haben.

00:01:34: Ende April war er gemeinsam mit Vertreterinnen und Vertretern aus Bildungspolitik, Verwaltung und weiteren Stiftungen Norwegen unterwegs – um sich dort Schulen, Lernkonzepte und den Einsatz von KI im Unterricht anzuschauen.

00:01:50: Darüber sprechen wir nun heute!

00:01:58: Ja, also ich freue mich sehr darüber.

00:02:00: Danke Ihnen für die Einladung!

00:02:03: Ich glaube es macht wirklich Sinn auf diese Lernreise mal zu schauen, die ich da nach Norwegen gemacht

00:02:10: habe.".

00:02:11: Sie haben in den letzten Jahren mehrere internationale Lern-Reisen begleitet.

00:02:15: Wo waren sie denn bislang schon unterwegs?

00:02:17: Wir haben eine Reise gemacht exploratorisch nach Stanford – das war vor zweieinhalb Jahren mit einer ähnlichen Delegation Und wir haben geschaut, was gibt es zu wissen zum Thema KI und Bildung?

00:02:32: Dann haben wir eine Reise gemacht nach Vancouver.

00:02:35: Weil uns erschien ist es notwendig das Thema Inklusion sehr viel besser zu verstehen.

00:02:41: Das wird in British Columbia wunderbar vorgelebt.

00:02:44: Das haben wir dort auch mit einer ähnlichen Delegation dann untersucht eine Woche lang.

00:02:50: In Norwegen hatten wir nun das Ziel die Frage zu klären Gibt es eine Rechtsordnung, ein Bildungssystem?

00:02:59: Dass diese Inklusion und Bildung und die Technologien als auch die fragender demokratischen Praktiken miteinander in Verbindung bringen kann.

00:03:10: Und das schien uns von der Ferne gesehen Norwegen zu sein.

00:03:15: Das hat sich – kann ich schon mal vorwegnehmen – zum großen Teil bestätigt.

00:03:20: Welche Eindrücke haben Sie nun in Norwegen gesammelt, Herr Dr.

00:03:23: Dammerz?

00:03:24: in Norwegen, muss man sagen ist natürlich nicht jede Stadt gleich.

00:03:29: Es gibt nicht viele große Städte.

00:03:31: wir waren in Bergen und dann auch noch in Oslo weil dort das Bildungsministerium angesiedelt ist.

00:03:38: Wir haben auch Forscher aus Starwanger kennengelernt die ja ich glaube dreihundert Kilometer weiter weg wohnen Und sie müssen sich Norwegen einfach mal als Land vorstellen.

00:03:47: Das hat man nicht so vor Augen dass es ein lang gezogenes Stück Fläche und sehr, sehr weiträumig.

00:03:58: Insgesamt gibt es ca.

00:03:59: fünf Millionen Einwohnern und es gibt unglaublich viel Wasser.

00:04:03: also wir kennen ja diesen Griff Fjorde.

00:04:05: die meisten haben dann Bilder im Kopf und wenn man dort was wir auch gemacht haben mit dem Zug von Bergen nach Oslo fährt dann sieht man sehr sehr viel Wasser und unglaublich schöne Landschaften aber eben gar nicht so viele Menschen.

00:04:21: Gab es Momente, als sie sich dort die Schulen angeschaut haben?

00:04:25: Wo Sie gedacht haben, so müsste Lernen eigentlich aussehen.

00:04:32: Ja also diese Momente habe ich oft wenn wir Schulbesuche machen weil wir uns genau anschauen welche Schulen wir anschauen wollen in Deutschland aber in Bergen jetzt.

00:04:43: die Schulen die wir dort gesehen haben waren auf eine bestimmte Weise exzeptionell und eigentlich jetzt nicht so richtig rausgesucht, sondern eher aus der Normalität genommen.

00:04:56: Also so sind die Schulen dort immer!

00:04:58: Sie müssen sich vorstellen dass aufgrund der Weite des Landes und weniger hohen Dichte der Besiedel um die Schulen gar nicht so groß sind.

00:05:09: Das sind immer so dreihundert Schüler, Schülerinnen pro Schule.

00:05:12: Es gibt ungefähr Hundert neunzigtausend Schüler und Schülerinnen in Norwegen Und die Schulen sind also relativ klein und sie sind eingebettet in die Landschaft.

00:05:22: eine teilweise sehr sehr traumhaft schöne Landschaft mit Blick auf Wasser in der Regel oder auf Berge ist dann schon mal etwas Besonderes.

00:05:34: Die Schulen, die wir dort kennengelernt haben, indem wir auch eingeladen waren in die Klassen zu gehen mit den Lehrkräften zu sprechen aber auch mit dem Verantwortlichen also mit der Schulleitung und den Themen der Schulleitung ebenso wie was faszinierend war mit Schülern und Schülerinnen zu sprechen Das hat uns schon wirklich alle begeistert durch die Bank.

00:06:04: Das war vor Ort sofort spürbar, die Atmosphäre in diesen Schulen ist ganz besonders.

00:06:09: Die ist irgendwie offen und frei.

00:06:13: Es gibt sehr viel Raum für Bewegungen, für Diskussionen, für Themen, die auch die einzelnen Personen angehen.

00:06:24: Und das was als Fachwort hier sofort in Anschlag gebracht werden kann, ist das Fachwort Well-Being.

00:06:32: Also Wohlergehen und das ist eines der Ziele die in Norwegen ganz strikt verfolgt werden.

00:06:40: man möchte dass es den Kindern in den Schulen in allererster Linie wohl ergeht.

00:06:46: Wie

00:06:46: schaffen das die Norweger?

00:06:48: Liegt es an den Räumlichkeiten oder woran liegt das?

00:06:51: Das ist eine gute Frage.

00:06:52: natürlich kann ich dazu auch nur beschreiben, dass sagen die Räümlichkeiten sind eigentlich so wie bei uns aber die Lehrkräfte haben andere Ziele die sie verfolgen wenn wir hier in Deutschland man muss das wirklich im Unterschied dann miteinander sehen.

00:07:09: Wenn wir hier in Deutschland Schüler und Schülerin betrachten, dann haben wir immer auch gleich Kompetenzaufbau im Kopf.

00:07:16: Und Leistungsziele die erreicht werden müssen unser Korrikulum das erfüllt werden muss.

00:07:22: Stellen Sie sich mal vor, die norwegischen Schulen haben bestimmte Freiräume allein schon dadurch dass sie in den ersten sieben Klassen keine Noten vergeben.

00:07:33: Ach, das ist interessant.

00:07:34: Die Schüler und Schülerin lernen hier miteinander umzugehen zu kommunizieren.

00:07:39: die Lehrkräfte sind glaube ich auch sehr spezifisch geschwult darin pädagogisch wirksam mit den Kindern umzugehn.

00:07:48: Sie müssen auch sehen Wir haben es hiermit einen inklusiven Bildungssystem in Norwegen zu tun.

00:07:54: Das heißt, der Lernfahrt ist für alle gleich.

00:07:56: auch die Kinder, die Lernschwierigkeiten haben oder Auffälligkeiten zeigen sind in die gleichen Klassen wie mit allen anderen Kindern eingebunden und die Lehrkräfte nicht nur manchmal eine sondern manchmal auch zwei oder drei sind in diesen Klassen zugegen Und sie haben ihre Kinder dann auch im Blick.

00:08:16: und sobald da eine auffälligkeit aufscheint das haben wir beobachten können dann ist eine Lehrkraft sofort zur Stelle und redet und behandelt diese Person so, dass da quasi nicht die Zeit zum Lernen verloren geht.

00:08:33: Durch diese Intervention wird dafür gesorgt, dass sie dabei

00:08:37: bleibt.".

00:08:38: Also die Rolle der Lehrkraft ist ganz anders als das was wir kennen?

00:08:42: Kann man das so sagen?

00:08:43: Die Rolle der Laerkraft ist eine andere als bei uns aber auch nicht wirklich.

00:08:51: Man muss ein geschultes Auge haben.

00:08:54: Die Schüler und Schülerinnen bekommen Aufgaben, die sie teilweise auch selbstständig erledigen oder mithilfe der anderen.

00:09:04: Da gibt es dann aber auch diese andere Seite, die ich jetzt noch nicht erwähnt habe – das ist nämlich die Digitalisierung!

00:09:13: der Einsatz von KI.

00:09:15: in den Schulen, in denen wir waren wurde zum Beispiel eine KI-Lernplattform namens LearnLab benutzt und mithilfe dieser Applikation können die Schülerinnen bestimmte Dinge erst einmal unter sich in einer kleineren Gruppe oder alleine bewältigen.

00:09:38: Ich gebe mal ein Beispiel, weil das sonst nicht wirklich klar wird.

00:09:42: Die Schülerinnen haben den Auftrag eine Figur zu zeichnen – eine Fantasiefigur.

00:09:51: Diese wurde dann eingeskennt und von einer KI nachgezeichnet.

00:09:58: Und der Auftrag an die Schülerinnen war dann den Unterschied zwischen der selbst gezeichneten Figur und der, die das System erstellt hatte zu beschreiben.

00:10:08: Das war ein Kurs, der hieß kreatives Schreiben.

00:10:12: Und dann wurde das eingetragen.

00:10:15: Also jedes Schüler-Schülerinnen hatte das dann einzutragen in den Computer Und der Text, der da geschrieben wurde, wurde auch mit KI-Hilfe dann sozusagen gleich Fehler korrigiert bzw.

00:10:29: das System hat gesagt, hier stimmt die Grammatik nicht.

00:10:32: oder kannst du noch mal hier hingucken?

00:10:34: Da ist ein Tippfehler und Die Lehrkräfte, die standen im Raum und haben alles beobachtet.

00:10:40: Haben geschaut wenn jemand Hilfe braucht das konnten sie sehen ist dann sind die da interveniert.

00:10:46: aber ansonsten war das quasi ein Arbeiten in der kleinen Gruppe oder für sich selbst.

00:10:55: Ich glaube für uns in Deutschland nicht alltägliches geschehen was wir da gesehen haben.

00:11:06: Arbeiten die Schülerinnen und Schüler dort eher in klassischen Jahrgangsklassen oder gibt es auch altersgemischte bzw.

00:11:13: Jahrgangsübergreifende Lerngruppen, Herr Dr.

00:11:16: Dametz?

00:11:17: Das ist unterschiedlich je nach Thema und auch Fragestellung.

00:11:23: aber wir haben da diese gemischten Klassen auch erlebt und eine Klasse, die wir gesehen haben war Der Auftrag seitens der Lehre mit einem kleinen Roboter, der einen Funkschieb hatte und eine Verbindung zu einem Computer dafür zu sorgen dass er einen bestimmten Weg nimmt.

00:11:45: Die Lehrkraft hat gar nichts erklärt.

00:11:47: aber die älteren Schüler in dieser kleinen Gruppe haben den jüngeren erklärt das muss man hier so und so machen und hier ist der Computer.

00:11:53: dann haben sie den programmiert und irgendwann hat es nach einer halben Stunde auch bei allen in dem Klassenraum geklappt, obwohl die noch nie mit diesen Robotern zu tun hatten.

00:12:03: Also das war für mich auch das erste Mal da ich das gesehen habe, beobachten konnte dass man da quasi programmieren und Bewegung im Zusammenhang bringt.

00:12:14: Ja toll!

00:12:15: Das war schon erstaunlich.

00:12:17: Das andere was sich gesehen hat war eine altersklassengemischte Gruppe die dann draußen ... Das war nicht regnerisch, da konnten die auch mal draußen stehen.

00:12:31: Die haben diskutiert in verschiedenen Kleingruppen über ein bestimmtes Thema, haben sich dann in der Kleingruppe ein gemeinsames Verständnis erzeugt und dann sind sie in den großen Plenum zusammengekommen und haben das nochmal mit der Lehrerin in dem Fall diskutiert um die Gedanken zusammenzubringen.

00:12:51: also das sind auch finde ich sehr interessante Herangehensweisen an an die Diskussionsfähigkeit, auch eine Form von Demokratieverständnis.

00:13:05: Das heißt ja, dass die Schülerinnen und Schüler relativ selbstständig arbeiten?

00:13:09: Wie ist denn da die Lautstärke in den Klassen so, Herr Dr.

00:13:13: Dametz?

00:13:13: Was haben Sie da so mitbekommen?

00:13:16: Die Lautstärkung war schon hörbar in den Räumen.

00:13:20: Da habe ich das nicht wahrgenommen.

00:13:22: Da war meistens auch Stillarbeit.

00:13:24: Manchmal ein bisschen Gerede aber Wenn es zu laut wird, sind die Lehrkräfte einfach auch eingeschritten.

00:13:30: Im Hof war's dann schon ein bisschen wilder ist aber auch das verläuft sich dann.

00:13:35: also das war jetzt nie wirklich so dass sie sich gegenseitig gestört hätten nicht so wahrgenommen.

00:13:43: was ich aber interessant finde ist dass die Zielsetzung die sich nach unseren Beobachtungen haben miteinander immer wieder diskutiert in der Delegation.

00:13:54: Das waren ja dreiundzwanzig Personen, mit denen wir da vor Ort waren.

00:13:59: Die Zielsetzung, die da verfolgt wird, wird ganz klar.

00:14:03: es geht eher um ein ganzhaltentliches Verständnis von Mensch das dazu entwickeln ist in den Schulen.

00:14:11: Fokus hatte ich schon gesagt auf Wohlbefinden well-being aber auch Erzeugung von einem bestimmten Demokratieverständnis und gerichtet auf Zukunftskompetenzen.

00:14:22: Also wirklich eine langfristige Entwicklung, die da vorgesehen wird.

00:14:27: und die Demokratie Seite um das auch nochmal mit dem Beispiel zu belegen Die wurde sichtbar durch die Schülerinnen und Schülerinnen, die als Sprecher und Sprechern gewählt wurden So wie bei uns vielleicht auch in Deutschland aber die haben tatsächlich etwas mitzuentscheiden Das heißt sie werden für ihre Klassenverbünde.

00:14:51: Dann alle drei Monate in den Schulen, in denen wir waren war das so dass alle drei Monate ein großes Meeting mit allen Lehrkräften Eltern Schülern und auch der politischen Seite Also in einem kleinen Ort, etwa dem Schulträger oder dem verantwortlichen politischen Bildungsmenschen zustande kamen.

00:15:16: Und dann wurden da Dinge entschieden und die Schülerinnen und Schülerinnen durften mit reden, mitentscheiden.

00:15:21: Die haben auch Dinge vorbereitet.

00:15:23: Es war wirklich unglaublich!

00:15:25: Wir haben mit Reihen von denen in einem Raum eine Stunde lang geredet.

00:15:30: Das sind so zehnjährige Mädchen und Jungen gewesen.

00:15:34: Ja toll!

00:15:35: Und das Thema, was uns interessiert hatte war Nutzung von Handys in Schulen.

00:15:40: Weil das ja gerade auch in Deutschland sehr stark diskutierte und die hatten von sich aus dann gesagt Ja ne da gibt es ein Handy Hotel also ein Mobile Hotel Da geben wir das morgens ab.

00:15:54: In der Schule gibt es nur digitale Medien, die wir nutzen, die von der Schule gestellt werden.

00:16:00: Und wir wollen auch diese Händis nicht in der Schule nutzen, denn sie würden uns ja vom Lernen

00:16:05: abhalten.".

00:16:14: Wow!

00:16:14: Das ist schon ziemlich reflektiert.

00:16:17: Aber wie gelingt es dem norwegischen Schulsystem eigentlich das Schülerinnen und Schüler eine solche Haltung überhaupt einnehmen?

00:16:26: Ja, das ist eine Frage, die ich letztendlich nicht aufschließen kann aber es hat damit zu tun dass der Fokus auf dem Wohlergehen liegt und auch auf einer Form von Zugehörigkeitsentwicklung, dass die Schulen viel stärker in diese Richtung arbeiten als in Richtung, wie bei uns, in Richtung auf Kompetenz aufbaut.

00:16:49: Und wenn man im Englischen dann sagt Achievement also was wir für die Gesellschaft brauchen?

00:16:55: Was brauchen die Kinder?

00:16:56: Wir fragen, was brauchen die kinder für ihr Leben an Wissen und Fertigkeiten und Fähigkeiten damit sie in der gesellschaft eine wirkung erzielen können?

00:17:06: und Wenn jemand einen standard bei uns nicht erreicht Dann ist das für uns immer ein Defizit Und das muss bekämpft werden.

00:17:14: Dann muss man davor vorgehen, nicht?

00:17:16: Also jemand kann in der vierten Klasse noch nicht richtig lesen.

00:17:20: dann muss da irgendwie eine andere Form von Schulungen herangezogen werden.

00:17:25: Das haben wir nicht wahrgenommen in Norwegen.

00:17:29: Dieses Belonging und Wellbeing sind so stark für die Schulen als Auftrag dass sie es schaffen Die Menschen auch zu erreichen.

00:17:39: wenn wir uns fokussieren würden in Deutschland Vielleicht würden wir dasselbe erreichen.

00:17:44: Das wäre wirklich ein ganz großer Schritt.

00:17:47: Herr Dr.

00:17:48: Dametz, Sie hatten eben erzählt, dass sich in Norwegen alle drei Monate Schülerinnen und Schüler, Schulleitung, Verwaltung und auch Vertreter aus Politik zusammensetzen?

00:17:58: Meine Frage ist nun sind die Eltern da eigentlich mit eingebunden?

00:18:03: Ja diese Foren, die da stattfinden bringen alle an einen Tisch.

00:18:08: Das haben wir übrigens auch in einem inklusiven Bildungssystem, ist das eine Voraussetzung würde ich jetzt mal sagen?

00:18:15: Haben wir auch in Vancouver so gesehen und immer wieder davon gehört.

00:18:21: da können wir bei uns hier nur staunen dass dann aber auch eben Entscheidungen getroffen werden in diesem Gremium.

00:18:28: also Ich erinnere mich deutlich daran aus Vancouver.

00:18:32: das haben wir jetzt in Norwegen nicht gehört.

00:18:35: In Venkura haben wir gehört, diese Meetings waren auch dazu da immer wieder zu fragen.

00:18:42: Wollen sie als Eltern, als Politik, als Schulleitung und als Verwaltung nicht das Beste für die Kinder?

00:18:52: Und wenn ja dann müssen wir dieses oder jenes hier tun!

00:18:56: Das wurde dann begründet und diskutiert.

00:18:58: Alle waren dann immer wieder in einem Boot.

00:19:01: nur so kann man ein inklusives Bildungssystem glaube ich.

00:19:04: Aufbau.

00:19:06: Dr.

00:19:06: Dametz, aber wie weit geht diese Mitbestimmung denn eigentlich konkret?

00:19:09: Also bei uns habe ich das so erlebt dass Schülerinnen und Schüler oder Eltern eher bei kleineren Dingen beteiligt werden also vielleicht wo geht es am Wandertag hin oder bei der Gestaltung des Schulhofs oder neuen Schulmöbeln?

00:19:23: Aber bei wirklich grundlegenden Entscheidungen Wie jetzt zum Beispiel der Handyfrage sind Schülerinnen und oft auch Eltern eher außen vor.

00:19:34: Und genau das hat mich gerade bei dem, was Sie so gesagt haben beeindruckt – dass dort offenbar auch bei größeren Fragen tatsächlich mitentschieden

00:19:45: wird.".

00:19:46: Ja also wie die Entscheidung da im Einzelnen in den Norwegen zustande gekommen ist, mag ich jetzt nicht wirklich nachzuvollziehen weil mir auch das politische System in Norwegen dazu schwemmt.

00:19:57: aber wir haben den Eindruck gewonnen da auch Budgets für bestimmte Projekte von Schülern mitdiskutiert wurden.

00:20:07: Wenn zum Beispiel der bliebenden Spielplatz erneuert werden sollte, das war ein Thema was uns vorgestellt wurde.

00:20:14: über die Händis wurde auch gewedet aber da weiß ich nicht ob da Budgets im Schlepptau waren.

00:20:20: Das ist schon anders als bei uns.

00:20:23: Das kann man wirklich jetzt erstmal sagen.

00:20:25: Die Frage ist natürlich Was können wir von dem, was wir da gesehen haben tatsächlich auch mitnehmen?

00:20:33: Und was ist da sozusagen für Deutschland

00:20:37: nutzbar?".

00:20:42: Sie haben gesagt dass Kinder in Norwegen in den ersten sieben Jahren keine Noten bekommen.

00:20:48: Das kennen wir in Deutschland höchstens aus einzelnen Reformschulen.

00:20:51: Aber wie wird denn dort überhaupt sichtbar, wie ein Kind lernt?

00:20:55: Und welche Fortschritte es macht.

00:20:57: Ja also im Zuge dieser Betreuung dieser einen Klasse von der ich sprach die dieses kreativ schreiben gemacht hat da ging das wirklich darum dass bestimmte lernziele in diesem in dieser stunde erreicht werden dass da irgendwie ein sinnvolles Ein sinnvoller Text dann geschrieben wurde und darauf haben die Lehrkräfte schon ein bisschen geschaut.

00:21:27: Die Lehrkräfteversuchung diese Schritte im Verstehen zu begleiten, das System kann ich jetzt von der Ferne auch nicht wirklich auseinander dröseln.

00:21:37: aber dabei hilft tatsächlich ja auch die KI denn es gibt in dieser Plattform LearnLab auch Feedback, ein Feedbacksystem und auch ein Messsystem.

00:21:50: wie viele Fehler schreibt jemand oder dergleichen in seinen Text.

00:21:55: Und daraus kann man dann vielleicht auch ein paar Schlüsse ziehen.

00:21:59: aber das ist auch nur mal ein interessanter Punkt den ich mitgenommen habe.

00:22:02: wir reden die ganze Zeit in Deutschland ja über diese Digitalisierung und Nutzung von KI in Schule und Unterricht.

00:22:08: und wie kommen wir da hin und worauf es zu achten?

00:22:11: Und ich hatte dort vor allem den Eindruck, dass das einfach leise mitläuft.

00:22:17: Das ist mit Sicherheit etwas was mir dann also nachdem ich jetzt sogar nachgedacht habe nach einer Woche schon auch zeigt, dass die vielleicht einen Schritt weiter sind als wir, dass sie das einfach nutzen und diese Software von der wir da die ganze Zeit sprechen, LearnLab.

00:22:37: Da haben uns auch der SEO dieses riesigen gemeinwohl orientierten Startups.

00:22:45: LearnLab Ingle Lindwig ist sein Name, der hat uns begleitet und mit einem Vortrag über diese ganzen Sachen aufgekehrt.

00:22:54: Das war spannend!

00:22:56: Ja das klingt wirklich spannend aber was macht denn LearnLab aus ihrer Sicht im Vergleich zu anderen KI-Gestützen-Learnplattformen so besonders?

00:23:03: Ja, diese KI-Learnplattform ist mit vielen kleinen Programmen versehen.

00:23:11: Eine davon wäre zum Beispiel dieses Schreikwerkstattes gibt aber auch Tools die implementiert sind zum Thema Mathematik und ähnlichen anderen Fechtern.

00:23:22: Die interessante Geschichte um dieses Learn Lab ist dass die Software Nicht nur in Norwegen, in jetzt glaube ich dreißig Prozent der Schulen implementiert wurde.

00:23:36: Sondern dass sie auch im Ausland, in Europa angeboten wird und schon im Einsatz ist.

00:23:45: Ich bilde mir ein es gibt zurzeit immer noch sehr wenige solcher KI geführten Plattformen die im Unterricht verwendet werden können.

00:23:55: Dazu zählt auch die Frage SVGU, dass was darf angewendet werden und sie haben diese Zertifizierung sogar auf EU-Ebene erreicht.

00:24:07: Dass das also Datenschutz entsprechend ist, was da mit dieser Plattform gemacht werden kann.

00:24:13: Das ist das eine.

00:24:14: Das andere ist, dass die Möglichkeit hat alle Uricular, die es in den Ländern gibt – also jetzt Frankreich Norwegen-Schweden oder Deutschland in sechzehn Bundesländern, diese Kurikula einfach einzuladen.

00:24:30: In das System und dann operiert diese Lernplattform nur in diesem Gerüst.

00:24:39: Und was ich so überzeugend fand als ich dieses Software zum ersten Mal kennenlernte war dass die in der Lage ist mit dem Sprachen die Schüler und Schülerinnen in Deutschland vielfach aus verschiedenen Teilen der Welt kommen, haben, in eine Lage ist zu integrieren.

00:25:02: Die Frage kommt vielleicht dann in Deutschland im Klassenraum auf Deutsch?

00:25:08: Und da steht dann auch in einer zum Beispiel Wortwolke, die die Schüler dann schreiben.

00:25:13: Ja jeder schreibt seinen Wort aber der einen schreibt es vielleicht auf Türkisch, der andere auf Syrgisch.

00:25:18: Aber diese KI übersetzt sich sofort ins Deutsche und in Klammern dahinter steht der Begriff in der anderen Sprache, sodass also die Schülerinnen gleich auch ein Vokabeltraining erleben.

00:25:32: Und alle in der Klasse eine Hauptsprach sprechen und lernen – das ist sehr hilfreich!

00:25:40: Diese Übersetzungsleistung kann durch KI eben sehr schnell realisiert

00:25:45: werden.".

00:25:50: Herr Doktor, damit ist alles was Sie da gerade erzählt haben.

00:25:53: Das klingt wirklich beeindruckend aber gleichzeitig hat Norwegen natürlich auch ganz andere Voraussetzungen als Deutschland kleinere Schulen weniger Einwohner andere gesellschaftliche Strukturen.

00:26:04: wo sehen sie die größten Unterschiede zwischen dem deutschen und dem norwegischen Bildungssystem?

00:26:11: Ja, dass diese Frage ist höchst relevant.

00:26:13: Wir sind ja dort hingefahren um zu schauen ob wir etwas Neues sehen oder etwas was wir bei uns vielleicht brauchen.

00:26:23: Ich will zunächst mal nochmal auf die Größenverhältnisse verweisen.

00:26:27: nicht in Norwegen haben wir circa fünf Millionen Einwohner sagte ich glaube ich am Anfang schon wir haben Hundert neunzigtausend Schüler.

00:26:35: wir haben glaube ich ca.

00:26:38: Fünfhundert Schulen insgesamt mit je dreihundert Schulen einen Schüler-Lehrer-Verhältnis von eins zu neun.

00:26:46: Wenn wir nach Deutschland schauen, dann schauen wir auf vierzigtausend Schulen.

00:26:51: Wow!

00:26:51: Eins Komma sechs Millionen Lehrkräfte und eine Schüler- leerer Relation von eins zur vierzehn.

00:26:59: Das bedeutet im Wesentlichen weniger Betreuungszeit für die einzelne Person in der Klasse.

00:27:06: Diese Größenunterschiede sind aus meiner Sicht dann eben auch die Schwierigkeit, die zu beobachten ist.

00:27:17: Wir können einfach all das was wir da gesehen haben bei uns so übernehmen.

00:27:23: Wir

00:27:23: müssen viel zu schnell mit viel zu vielen Leuten sprechen es Punkt eins um dieses Wissen was die da anders machen zu übertragen.

00:27:33: aber die Strukturen in denen wir arbeiten In Deutschland in den Schulen und in der Bildungssystem.

00:27:41: Die sind auch nicht wirklich vergleichbar.

00:27:44: Kannst

00:27:44: du mir vorstellen?

00:27:45: Mit Blick auf die Digitalisierung des Lernens hat hier Norwegen auch riesige Schritte gemacht, die wir noch gar nicht in Angriff genommen haben.

00:27:57: Es ist seit über zwanzig Jahren jetzt in Norwegen etabliert ein System namens EduGain Und dieses ist ein Plattform, das alle digitalen Lösungen für die Verwendung in Schulen sammelt.

00:28:17: Auf diese Plattform kann jede Schule zugreifen und sich einen Tool aussuchen, dass sie gerne hätte.

00:28:25: Diese Tools, die da gesammelt werden.

00:28:28: im EdoGain-System sind alles so ein bisschen getestet.

00:28:34: Das ist jetzt nicht so, dass jeder was einstellen darf... Das System hat übrigens auch die Schweiz übernommen, mit EDUKA.

00:28:44: Die haben das mittlerweile in Anwendung und ich glaube es ist etwas was wir in Deutschland auch bräuchten wenn wir die Digitalisierung tatsächlich ernst meinen und auch die Individualisierung die als Potenzial durch diese Technologie mit ins Boot kommt nutzen möchten.

00:29:06: Wie geht es denn jetzt weiter mit dieser Delegation?

00:29:09: Treffen Sie sich noch einmal, um diese Eindrücke gemeinsam auszuwerfen.

00:29:14: Ja also eine richtige Sitzung mit der Delegition habe ich nicht aber ich werde Kontakt zu einigen aufnehmen und Gespräche führen.

00:29:23: das ist so eine Nachhaltigkeit die da reinkommt.

00:29:31: was wir glaube ich mitnehmen können anhand der Unterschiede, die Norwegen und Deutschland hier hat ist ein Auftrag aus meiner Sicht.

00:29:41: Ein Auftrag stärker auf das Wohlbefinden zu schauen – ich will da noch mal einen Punkt nachschärfen – dass Wohl befinden, was da an erster Stelle steht in den norwegischen Schulen.

00:29:54: Das geht auch ein Herr mit der Zugehörigkeit hatte ich ja gesagt aber auch psychischen, zychologischen Problemlagen bei Schülerinnen und Schülern.

00:30:08: In Deutschland in den letzten Jahren sehr auffällig auch von vielen Instituten belegt das auch schon in den vierten Klassen teilweise Probleme bei Schüler- und Schülerinnen auftreten vielleicht auch durch die Corona Zeit noch immer bedingt Und das ist für mich auch nochmal ein Learning gewesen.

00:30:28: Das haben wir bei der Abschlusssitzung tatsächlich erst diskutiert.

00:30:31: in Norwegen wurden nie über psychologische Problemlagen von Schülerinnen und Schülern gesprochen.

00:30:39: Und die mit am Tisch setzen Bildungsexperten aus Norwegen haben uns im Prinzip nur verwundert angeschaut an der Stelle, weil da gibt es keine Programme in diese Richtung.

00:30:52: Die haben diesen Fokus auf Wohlgefinden und damit heben sie auch diese Problematik wahrscheinlich nur zum großen Teil, aber immerhin zum großen Teil auf.

00:31:03: Ich meine wir können jetzt nicht in den Köpfe der norwegischen Menschen so reinschauen.

00:31:08: Aber es wird schon auch so sein dass es immer solche Schrägladen in Familien gibt oder aber auch in Schulen.

00:31:23: Deutschland steht natürlich aber auch vor ganz anderen Herausforderungen als Norwegen, Herr Dr.

00:31:28: Dametz.

00:31:28: Wir haben viele Kinder und Jugendliche mit Fluchterfahrung und ganz unterschiedliche Sprache- und Migrationsbiografien in den Klassen.

00:31:36: Dazu kommen viele Kinder oder Jugendliche die mit psychischen Belastungen kämpfen.

00:31:41: Wie gehen die Norweger mit solchen Herausforderungen um?

00:31:45: Wir haben tatsächlich auch die Frage diskutiert mit einigen der Bildungsexperten dort an der Universität Bergen.

00:31:54: Es ist schon so, dass wir ein sehr viel größeres Thema in Deutschland haben mit Migrationen und Migrationshintergründen.

00:32:03: Mit Sprachen die auf uns zukommen in Deutschland, die wir vereinen müssen mit dem was wir in Schulen erleben.

00:32:12: Ist das nicht wirklich vergleichbar?

00:32:13: Mit dem was da in Norwegen läuft Ein sehr sehr geringer Migrationsfaktor Und ich glaube Der liegt bei fünf Prozent, bei uns liegt der um einiges höher.

00:32:25: Menschen mit Migrationshintergrund sind mindestens mal bei fünfzehn Millionen Menschen in Deutschland.

00:32:32: und wenn man sich diese Zahlen anschaut dann sieht man natürlich sofort dass in Norwegen die Problemlage nicht so groß ist was diese Integration von Menschen aus anderen Kulturen angeht.

00:32:47: Die Sprache ist relativ in den Klassen klar bei Norwegen gefasst.

00:32:54: Dieses KI-Tool, von dem ich berichtete, hat da weniger die Aufgabe diese Kulturintegration zu leisten.

00:33:02: Das ist ganz klar so und ich glaube auch das dafür sorgt dass die Lehrkräfte sehr viel besser auf die soziale und emotionale Entwicklung der Kinder in einem homogenen Kulturraum eingehen können.

00:33:21: Und wie ist das eigentlich mit dem Thema Kinderarmut?

00:33:23: Das ist ja bei uns inzwischen wirklich ein enorm gesellschaftliches Thema!

00:33:27: Ja, also wenn wir auf Norwegen schauen, ist ja fast alles bis auf die kleinen Städte wie Bergen und Oslo.

00:33:33: Oslo ist ja auch eine Millionenstadt, das will ich jetzt nicht sein nennen aber es ist schon so dass die Menschen, die wir da gesehen haben in einem relativem, also vergleich mit uns im relativen Reichtumleben.

00:33:50: Es liegt auch daran bis Norwegen eben diese wenigen Einwohner hat und das Energiesystem sozusagen sehr viel besser funktioniert als bei uns, sehr sehr viel Wasserkraft.

00:34:05: Also es gibt gar keine Sorgen an dieser Stelle Und ich glaube dass auch der Staat relativ gut aufgestellt ist, was die wirtschaftliche Situation ermöglicht.

00:34:17: Kann man dann daraus schließen dass ein reiches Land automatisch ein besseres Bildungssystem

00:34:23: hat?

00:34:27: Ja genau das wäre ein Fehlschluss genau das anzunehmen.

00:34:30: ich glaube es liegt einfach daran dass die Komplexität ein Faktor ist den wir hier ins Feld führen müssten um zu erklären warum ein reisches land wie deutschland da weniger gut dasteht und ich glaube, das kann man ja in Zahlen auch belegen.

00:34:47: Also diese Strategie Norwegens nur auf oder zuallererst obwohl befinden den Schulen zu setzen und wir setzen auf Kompetenzaufbau hat dazu geführt dass Norwegen vor uns in den PISA Studien auftaucht und nicht hinter uns.

00:35:04: also das scheint einen großen Vorteil zu haben hier in diese Richtung zu schauen.

00:35:12: Und ich glaube, dass wir gut daran täten, hier in den Schulen auch dafür stärker zu sorgen, dass die pädagogische Arbeit, die da geleistet wird und sehr gute Arbeit, eben auch viel stärker Auswirkungen zeigt auf das Wohlbefinden und die Zugehörigkeit der Menschen.

00:35:36: Also das heißt letztendlich ohne Wohlbefinden, Zugehörigkeit und Wertschätzung kann Lernen eigentlich gar nicht stattfinden.

00:35:43: Werkschutzung ist auch sehr ein sehr wichtiger Punkt, ist aber bei uns auch glaube ich in vielen Fällen gegeben.

00:35:50: also Ich würde nochmal diese Stelle genutzen um dass was ja in den Köpfen immer rumgeistert wenn wir über KI- und Schule reden heutzutage.

00:36:01: um da das aufzuschließen Die KI wird nach allen Analysen, die ich kenne, niemals sinnvoll Lehrkräfte ersetzen können.

00:36:14: Es gibt zwar Versuche – also es gibt Versuche in London in einer Schule da hatte ich auch mal ein Artikel zugeschrieben wo vollständig auf Lehrkräften verzichtet wird und durch KI ersetzt wurde.

00:36:28: das wurde schon mittlerweile zurückgedreht.

00:36:33: In Texas gibt es eine Schule, die weiterführend ist und auch nur auf KI Lehrer setzt.

00:36:41: Also das sind Bilder, die nicht funktionieren werden in der Zukunft.

00:36:46: Und was man dazu sagen muss ist, dass die Lehrkraft ist und bleibt die Verbürgung des Sozialraums.

00:36:55: Ohne diese bekommen wir eine Welt.

00:36:58: wenn Schüler und Schülerin ohne Menschen erziehen würden, bekommen wir eine Welt die vollständig und demokratisch ist.

00:37:07: Und nicht mehr so ist wie wir sie gerne sehen würden.

00:37:11: Also ohne Lehrkräfte wird es niemals

00:37:13: gehen.".

00:37:14: Da stimme ich Ihnen auch hundertprozentig zu!

00:37:16: Herr Doktor.

00:37:17: Damals Ein Thema bei uns ist ja immer wieder der Föderalismus.

00:37:20: Glauben Sie, dass das ein Grund dafür ist, warum Veränderungen im deutschen Bildungssystem oft so schwerfällig wirken?

00:37:26: Und wie ist es eigentlich in Norwegen organisiert?

00:37:29: Können sie uns diese Strukturen vielleicht näher erläutern?

00:37:33: Das gibt dieser fünfzehn Counties und das Bildungsministerium, das wir ja auch in Oslo gesucht haben, hat Angebote.

00:37:44: Empfehlungen für die Counties und stellt bestimmte Programme in dieses Edo Gain auf diese Plattform, eine die dann zu nutzen sind.

00:37:54: Aber die Entscheidung liegt immer noch in den Counties, liegt immer auch in den Schulen.

00:37:59: Die pädagogische Entscheidung liegt vor allem dort Und was wir bei uns hier in Deutschland sehen ist dass wir V.a.

00:38:08: sehr strikt unterscheiden, also wenn die KMK beispielsweise sehr gute oder SWK mit ihren Gutachten jetzt zuletzt im März frühkindliche Bildung und KI, wenn sie das mal einsehen würden wollen dann sehen Sie das sind tolle Vorschläge.

00:38:26: aber die Entscheidung was damit geschieht liegt Und die Hoheit für die Bildung liegt in den Bundesländern, in den sechzehn Bundesländer.

00:38:36: Da kann weder die KMK noch die SWK irgendwelche Vorschriften machen und auch nicht das Bildungsministerium in Berlin.

00:38:43: Das sind Vorschläge und eine richtige Weisungskompetenz gibt es nur an ganz wenigen

00:38:50: Stellen.".

00:38:56: Wie sieht denn die Planung für die nächsten Jahre aus?

00:38:58: Herr Dr.

00:38:58: Dametz, gibt es schon Ideen oder konkrete Überlegungen für weitere Lernreisen?

00:39:04: haben die Lernreise als Instrument entwickelt, vor einigen Jahren schon lange bevor ich in der Stiftung mitgearbeitet habe übrigens.

00:39:13: Als Instrument entwickelt um Themen die für uns neu sind zu explorieren oder Themen die uns wichtig sind im vergleichener Weise zu vertiefen.

00:39:25: Das Instrument wird es auch weiterhin geben.

00:39:29: aber unser Vorgehen ist immer das Gleiche wir schauen erst, haben wir eine Frage.

00:39:37: Und dann schauen wir wo müssen wir ja hinschauen?

00:39:41: Und dann fragen wir wen sollten wir mitnehmen auf diese Reise damit wir eine Wirkung erzielen?

00:39:47: Aber jetzt mal ganz persönlich gefragt Herr Dr.

00:39:49: Dametz Welches Land würde sie denn besonders reizen?

00:39:53: Ja, interessant dass Sie mich nach meiner persönlichen Meinung nach fragen.

00:39:57: Ich habe tatsächlich immer die Augen offen und sehe einige Möglichkeiten aber eine sticht gerade heraus.

00:40:04: ganz einfach weil ich mit diesem Programm Metatraining AI das sie ganze am Anfang errehnten mit Stanford im Bunde bin.

00:40:13: und Stanford hat diese Methodik hier nicht nur für uns Fortbildnerinnen in Deutschland jetzt ein Jahr lang jeweils in die Köpfe gebracht, sondern auch weltweit noch mit anderen Teilnehmenden.

00:40:30: Und da gibt es in Hongkong eine Bildungsinstitution, die größte in China, die heißt Jockey Club.

00:40:37: Das ist aber auch gleichzeitig die größtegemeinnützige Einrichtung

00:40:41: in

00:40:42: Hong Kong für Bildungsthemen und die arbeiten gerade mit Stanford zusammen Und ich könnte mir vorstellen, dass es sinnvoll sein könnte hier nochmal die Unterschiede und Gemeinsamkeiten durch einen solchen Besuch eine Lernreise dann herauszuarbeiten.

00:41:14: Ich habe sie bei diesem Thema als unglaublich engagiert und emotional erlebt.

00:41:20: Herr Doktor, damit was steckt dahinter?

00:41:23: Was hat sich dazu bewegt so für Bildung einzusetzen?

00:41:27: Ja, also das ist mir irgendwie auf den Leib geschrieben.

00:41:32: Ich bin nie aus der Bildung rausgegangen, mein ganzes Leben lang nicht.

00:41:37: Also ich bin nach dem Philosophiestudium und der Promotion in Philosophie zu Bosch dem Unternehmen gekommen und habe da auch in der Weiterbildung dann das Robert Bosch-Kolleg verantwortet für lange Zeit und bin dann in die Bildungssparte in die Stiftung gegangen nicht nur für Führungskräfte arbeiten, sondern jetzt eben auch nach außen schauen und Wirkung hoffentlich auch für unsere Schulen.

00:42:03: Und die Schülerinnen und Schüler werden erzeugend!

00:42:07: Ich

00:42:07: kann Dinge nur tun wenn ich wirklich dahinter stehe.

00:42:11: Das ist eine Frage der Überzeugung für mich und ich halte es da mit einem alten Spruch in dir muss brennen was du in anderen entzünden willst.

00:42:31: Wir sind nun am Ende angekommen.

00:42:33: Was

00:42:33: würden Sie

00:42:34: unseren Hörern und Hörer gerne noch mit auf den Weg geben?

00:42:38: Ja, ich glaube es dreht sich am Ende alles darum was auch schon Robert Bosch der ja auch das Unternehmen gegründet hat und die Stiftung schon in seinem Kopf verankert hatte als Leitspruch hatte Menschenwürde ist wichtig Ehre die Menschen würde.

00:43:00: Alles was wir tun, sollte in diesem Licht betrachtet werden.

00:43:11: Vielen Dank dass Sie heute hier mein Gast waren und ich glaube ein schöneres Schlusswort hätte es für unser Gespräch kaum geben

00:43:19: können.

00:43:20: Ich dachte irgendwer für dieses Gespräch hat mir Freude bereitet.

00:43:24: aber ich freue mich auch deshalb weil ich einen wenig von dem was wir da gelernt haben hoffentlich an die Ohren von weiteren Menschen herantragen kann.

00:43:41: Liebe Hörerinnen und Hörern, wir müssen nicht bei Null anfangen.

00:43:44: Es gibt bereits Konzepte es gibt Länder es gibt Schulen die sich bereits auf den Weg gemacht haben Und die den Mut haben neue Wege zu gehen.

00:43:50: Genau deshalb sind solche Lernreisen super wichtig Delegationen die sich andere Bildungssysteme anschauen mit Lehrkräften Schülerinnen und Schüler Verwaltung und Mitforschenden sprechen.

00:44:01: das könnten wichtige Impulse sein Und vielleicht sollten wir Ihnen auch die Möglichkeit geben, Ihre Eindrücke, Ihre Erkenntnisse und Ihre Erfahrungen, die Sie mitbringen.

00:44:10: Wirklich in unser Bildungssystem hineinzutragen!

00:44:13: Denn hier tun uns in Deutschland seit vielen Jahren schwer große Veränderung im Bildungs-System wirklich umzusetzen.

00:44:21: Während wir noch diskutieren sind andere längst unterwegs – Die Zeit läuft uns davon.

00:44:26: Kinder wachsen jetzt auf Schule findet jetzt statt.

00:44:30: Vielleicht ist genau das die entscheidende Frage Wie lange wollen wir noch zuschauen, während andere längst angefangen haben Schule neu zu denken.

00:44:40: Vielen Dank fürs Zuhören und bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.