GANZTAG - Zwischen Vision und Realität -
Shownotes
„Ganztagsschule – Anspruch und Wirklichkeit. In dieser Folge spreche ich mit Kerstin Fahr, pädagogische Fachkraft für den Ganztag an der IGS Auguste Cornelius in Mainz-Hechtsheim. Seit 2015 gestaltet sie dort mit, wie Lernzeit, Projekte und AGs organisiert werden – und hat dabei viele Erfolge, aber auch manche Ernüchterung erlebt. Wir sprechen darüber, warum ‚klassische Lernzeiten‘ oft eher wie betreute Hausaufgaben wirken, wie Projekte wie Pimp My Bike oder die Expertenlernzeit Kinder motivieren können, und warum Pseudofreiheiten manchmal mehr Frust als echte Wahl bedeuten. Kerstin erzählt, wie aus kleinen Momenten große Erkenntnisse werden – etwa wenn Kinder ohne Frühstück in die Schule kommen und die pädagogische Fachkraft plötzlich mit einer Brötchentüte vor der Klasse steht. Oder wie Visionen für neue Räume am Ende am Platzmangel scheitern.
Und doch: Gerade im Scheitern steckt eine Chance. Wir diskutieren, was Schulen daraus lernen können – von multiprofessioneller Teamarbeit bis zu Elterncafés, von Rhythmisierung im 90-Minuten-Takt bis hin zur Frage: Wie wird der Ganztag vom ‚Anhängsel des Vormittags‘ zur echten Bereicherung des ganzen Schultages?“
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👤 Kerstin Fahr 📸 Instagram: @kerstin.fahr
🎙️ Podcast „Die Macht der Schule“ – Rosetta Scianna 🌐 Website: www.diemachtderschule.de 📧 E-Mail: kontakt@diemachtderschule.de 📸 Instagram: @die_macht_der_schule
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00:00:10: Stellt euch vor, ihr betretet am Nachmittag einen Klassenraum.
00:00:13: Die Stühle stehen hoch, die Tafel ist noch vollgeschrieben und gekehrt wurde auch nicht.
00:00:19: Die Kinder wirken müde und hier soll nun Lernfreude entstehen.
00:00:23: Genau das ist die Realität vieler Ganztagsschulen.
00:00:27: Doch was,
00:00:28: wenn es auch
00:00:28: anders ginge, wenn Kinder strahlend zu euch kommen, weil sie wissen, hier werde ich gesehen, hier darf ich sein.
00:00:35: Darüber spreche ich heute mit der pädagogischen Fachkraft für den Ganztag, Kerstin Fa.
00:00:39: Herzlich willkommen bei Die Macht der Schule, dem Podcast für Bildungsgerechtigkeit und Demokratie.
00:00:49: Ich bin Rosetta und ich freue mich, dass ihr wieder dabei seid.
00:00:56: Hallo Kerstin, ich freue mich, dass du heute hier bei mir im Podcast bist.
00:01:02: Ich muss schon sagen, wir kennen uns ja schon wirklich sehr, sehr lange.
00:01:05: Es sind bestimmt schon über zehn Jahre.
00:01:08: Ich habe dich heute eingeladen, weil du für mich das Urgestein des Ganztags der IgS-Auguste Cornelius bist.
00:01:15: Aber bevor wir einsteigen, wer ist toll, wenn du dich mal vorstellst, damit die Hörerinnen und Hörer wissen,
00:01:22: wer ist
00:01:22: Kerstin
00:01:23: Fa?
00:01:24: Hallo Rosetta, vielen Dank für die Einladung.
00:01:26: Ich habe mich riesig gefreut.
00:01:28: Wir kennen uns de facto seit zwei Tausend Fünfzehn.
00:01:32: Genau, zwei Tausend Fünfzehn habe ich angefangen an der... Damaligen EGS Hechtsheim, ja, die Reise mit dir zusammen Richtung Ganztag zu gehen.
00:01:43: Ich bin damals mit sechszehn Stunden an der EGS eingestiegen.
00:01:48: Was für mich eine ganz tolle Chance war, weil nebenbei habe ich mal eine frei berufliche Tätigkeit aufbauen können.
00:01:56: Ich bin Familienberaterin in eigener Praxis, Thema Hochbegabung, ADHS Hochsensibilität und habe durch die Chance halt beide Seiten sehen können.
00:02:07: Einmal, dass wenn Eltern oder Lehrer oder der CAC-Rennen zu mir kommen, ich dann halt auch sagen kann hier, okay, ich sehe eure Seite, aber durch die Arbeit an der Schule habe ich auch die andere Seite sehen können.
00:02:20: Das war für mich eine hervorragende Energie.
00:02:22: Und ist das auch heute noch?
00:02:23: Das hört sich ja echt sehr spannend an, aber dann frage ich mich natürlich, was hatte ich denn dazu bewogen, in die Schule zu kommen, also gerade in den Ganztag?
00:02:32: Zum einen das für mich organisatorische, das ist für mich gut war, dass ich im Nachmittag dann halt meine Stunden
00:02:40: arbeiten kann,
00:02:41: aber auf der anderen Seite halt auch für mich der Bereich zu sehen zwischen Eltern bei mir in der Praxis, zwischen Lehrern bei mir in der Praxis oder Erzieherinnen und Erzieherinnen bei mir in der Praxis und halt wirklich den Realitätscheck, wie sieht die Praxis aus?
00:02:59: Wie sieht es wirklich an der Schule aus?
00:03:01: Was haben wir für Themen?
00:03:02: Was haben wir für Möglichkeiten?
00:03:04: Was können wir hoffen?
00:03:05: Wo können wir miteinander im Team arbeiten?
00:03:08: Das heißt, du bist mit einer gewissen Haltung oder Erwartung vielleicht auch schon reingegangen?
00:03:14: Da ist meine erste Beschäftigung in einer Schule weiß, mal von der Schülerinnen-Seite aus abgesehen.
00:03:23: Ich hatte halt wirklich gehofft, dass man pädagogisch da auch noch ein bisschen weiter was unterstützen kann.
00:03:28: Also, dass die Expertise, die ich mitbringe, und die umfasst ja noch mehr als jetzt meine drei Schwerpunkte, dass ich die halt dann auch einbringen kann.
00:03:40: Und das ist so eine Win-win-Situation für alle, für die Schüler, für die Kollegen und Kolleginnen und für die ganze EGS.
00:03:55: Was hast du dann an Ganztag vorgefunden?
00:04:00: Doppelernzeit.
00:04:03: Das heißt, wir haben die Kinder aus der Mittagspause übernommen und haben die dann für den Nachmittag in einer zweistündigen, also schulstündigen, doppeln Lernzeit gehabt.
00:04:15: Und dementsprechend, ja, ich meine, du warst selber in der Lernzeit?
00:04:20: Ja, ich war in der Lernzeit, anderthalb Stunden.
00:04:24: Das war für eine reine Hausaufgabenbetreuung sehr lang, weil das Konzept eben genau darauf ausgerichtet war.
00:04:31: Und ich erinnere mich noch gut.
00:04:33: Ich ging hoch, ich schloss die Tür auf und die Kinder sagten schon, wir haben heute keine Hausaufgaben auf.
00:04:39: Und ehrlich, das hat mich gestresst, weil ich überlegt habe, in dem Augenblick, wie ich die Kinder jetzt sehen, voll Beschäftige.
00:04:49: Im Laufe der Zeit habe ich mir dann an gewöhnlichen Kindern verschiedene Angebote zu machen.
00:04:53: Das habe ich dann an die Tafel geschrieben, zum Beispiel, wo Kabel lernen.
00:04:58: den Unterricht vom Vormittag nach bearbeiten, sich auf den nächsten Tag vorbereiten, in ihrer Lektüre weiterlesen, wenn es eine gab oder sich gegenseitig Texte diktieren oder das einmal eins abfragen.
00:05:11: Das hat mich etwas entspannt, weil ich die Kinder beschäftigt habe.
00:05:16: und anderen auch individuell helfen konnte.
00:05:19: Aber wenn die Kinder keine Hausaufgaben hatten, war das schon eine Herausforderung.
00:05:24: Also es ist eine Mammutaufgabe gewesen, ja.
00:05:26: Die Kinder hatten vormittags schon ihren Unterricht gehabt.
00:05:28: Sie haben zum Mittag gegessen und dann sollen sie halt noch zwei Stunden Hausaufgaben machen.
00:05:34: Das war eine Herausforderung, glaube ich, für alle Seiten.
00:05:37: Nicht nur für die Kolleginnen und Kollegen oder uns jetzt als Pädagogen, sondern halt auch für die Kinder.
00:05:44: Gab es denn trotzdem?
00:05:45: Bei dir, und wir hatten ja noch eine Kollegin, die mit dir auch angefangen hat, gab es denn Dinge, die dich auch begeistert haben.
00:05:53: Und gab es auch etwas, wo du gesagt hast, das hat mich irgendwie ratlos gemacht.
00:05:59: Begeistert die Kinder.
00:06:01: Mit welcher Offenheit, mit welchen ja strahlenden Gesichter, die immer auf einen zugekommen sind.
00:06:09: Oder halt auch, wenn es mal nicht so gut lief, dass ihr aber wussten, sie konnten... immer zu mir und der Kollegin kommen.
00:06:15: Wir haben eine luxuriöse Rolle im Nachmittag oder in der Schule, weil die Kinder wissen, wir benoten sie nicht und wir gehen anders mit den Kindern um und dürfen anders mit den Kindern umgehen.
00:06:25: Und halt auch diese Offenheit, die sie uns dann immer wieder entgegenbringen und auch heute noch entgegenbringen, mit allem einfach zu uns kommen, zu können und das auch wahrnehmen.
00:06:37: Was mich am Anfang herausgefordert hat.
00:06:41: Ich weiß, als ich angefangen habe, habe ich ein bisschen Kopf geschüttelt über die Menschen, die dann halt doch noch was für die Schüler mitgebracht haben zum Essen, wo ich dachte, warum?
00:06:52: Also, wir haben doch Frühstück zu Hause und wir haben dann ein Mensa und dann kann die Bruchlandung.
00:07:00: Zwei Wochen später war ich die erste, die mit der großen Brötchentüte reingegangen ist, weil wirklich die Schüler dann eventuell halt kein aufgeladenes Geld auf ihrer Karte fürs Mittagessen hatten oder sonst was und die dann eventuell morgens auch niemand hatten, der im Frühstück gemacht hat oder wo dann auch gar nichts da war.
00:07:18: Und ja, das mache ich teilweise heute noch, dass ich Essen mitnehme, wobei es ist besser geworden, aber nicht sehr so trotz des Berührteilen.
00:07:29: Da landet man doch etwas unsanfter, aber ich finde zu recht.
00:07:34: Dafür noch umso mehr und umso wichtiger unsere Arbeit an der Schule.
00:07:41: Also dieses Ganztagskonzept, das du vorgefunden hast und das ich ja auch mit gelebt habe, hat uns ja dann dazu bewogen zu sagen, wir brauchen irgendwie was Neues.
00:07:59: Und dann haben wir uns zusammengesetzt und haben mal überlegt, was wir denn tatsächlich noch machen könnten.
00:08:09: Und zwar, das sollte auch in eine ganz andere Richtung gehen.
00:08:12: Wir wollten was Nachhaltiges.
00:08:21: Das haben wir, ich finde, das haben wir ganz gut entwickelt.
00:08:25: Wir haben geschaut, In diesem Jahr, in dem wir das alte Konzept hatten, haben wir geschaut, okay, was brauchen die Schüler?
00:08:31: Und wir hatten Schüler, die sagten, wir brauchen Gruppenarbeit.
00:08:34: Und wir hatten Schüler, die sagten, ich brauche einfach nur einen ruhigen Raum, wo ich arbeiten könnte.
00:08:40: Und das haben wir auch dann umgesetzt.
00:08:41: Wir haben klassische Lernzeiten angeboten, mit Lehrern drin.
00:08:45: Wir hatten aber auch Stillarbeitsräume oder halt auch Gruppenarbeitsräume.
00:08:50: Wir haben versucht den Schülern gerecht zu werden, die halt schon fertig waren mit ihren Aufgaben oder halt auch nichts auf hatten.
00:08:58: Und das haben wir, finde ich, von der Theorie her sehr gut umsetzen können.
00:09:03: Und dann haben wir ja diese AGIS-Angeboten.
00:09:07: Und die sollten ja auch projektartig sein.
00:09:10: Wir haben die, glaube ich, auch Projekte genannt.
00:09:15: Da bin ich ja als Stellvertreterin ja auch auf das Kollegium zugegangen und habe gesagt, was machen Sie an Hobbys vielleicht zu Hause?
00:09:25: Was macht Ihnen Spaß?
00:09:27: Etwas, was Sie vielleicht hier in die Schule tragen können?
00:09:30: Und tatsächlich hat das ganz viele Kolleginnen und Kollegen dazu gebracht, dann auch wirklich super Sachen anzubieten, wie Pimp My Bike.
00:09:40: Und dann gab es noch andere Projekte Kochen.
00:09:42: dass hieß irgendwas mit fernen Ländern.
00:09:46: Weißt du noch jedes?
00:09:47: Ich weiß es nicht mehr.
00:09:48: Ich weiß nur, dass wir zum Ende ein Kochbuch dann hatten mit einigen Rezepten, die gemacht
00:09:51: wurden.
00:09:53: Das Schöne war ja halt, die Kollegen und Kollegen konnten das dann halt über zwei Stunden anbieten.
00:09:57: Und da konnten wir was machen.
00:09:58: Und wir hatten diese Projekte dann auch immer so gestaltet, dass die Montag, Dienstag und Mittwoch liefen, so dass die Kinder halt auch dann nachhaltig an Dingen arbeiten konnten oder auch mal erleben konnten, wie ist es, wenn ich eine Flaute habe, aber trotzdem dabei bleiben und das Ergebnis nachher dann toll ist.
00:10:15: Und das war schon mega das Projekt, weil ich kann mich erinnern, dass wir auch gesagt haben, wenn die Kinder keine Hausaufgaben haben, können die auch direkt in ihr Projekt gehen oder erst ihre Hausaufgaben machen.
00:10:30: und dann ins Projekt oder zuerst ins Projekt und dann Hausaufgaben machen, was ja vom Biorithmus her ja auch ganz gut gepasst hat, weil die Kinder sagen, ich bin jetzt aus der Mittagspause, ich gehe jetzt erst mal ins Projekt und dann konzentriere ich mich danach auf die Aufgaben.
00:10:46: Das war schon richtig stark.
00:10:49: Also wir hatten, ich fand, wir haben das grandiose gemacht, also von unserer Zusammenarbeit, wie wir dieses Konzept dann auf die Beine gestellt haben und auch wie viel Unterstützung und Mitarbeit wir von den Kolleginnen und Kollegen hatten, die auch sagen, ja, je, super.
00:11:04: Ich bin dabei.
00:11:10: Wir haben überzeugt, das haben alle mitgemacht, alle fanden es toll.
00:11:14: Es war auch ein halbes Jahr Vorbereitung und dann haben wir das im Schuljahr drauf dann auch eingeführt.
00:11:20: Ja, aber leider ... Hat es jetzt nicht ganz so lange gehalten?
00:11:24: Also ich weiß nicht, ein Schuljahr haben wir es gemacht oder zwei und dann mussten wir es verwerfen.
00:11:31: Weißt du noch, warum?
00:11:32: Das hatte mehrere Ursachen.
00:11:34: Eine Ursache war, dass Kinder sich etwas anderes vorgestellt hatten unter dem Projekt und jetzt drei Tage die Woche aber in diesem Projekt drin waren.
00:11:46: Dann hatten wir die Ursachen, dass auf einmal die Kinder gar keine Hausaufgaben mehr aufhatten.
00:11:50: Oh, Wunder!
00:11:51: Wenn es dann nichts
00:11:52: mehr dritt ist, haben sie nichts mehr eingetragen, weil sie andauernd in ihr Projekt wollten und das dann die ganze Zeit nur.
00:11:59: Und wir hatten aber dann halt auch, weil die Projekte doch teilweise sehr, sehr auf die einzelnen Personen zuschneidert waren, hatten wir dann halt die Herausforderung, wenn wir die Vertretung hatten.
00:12:10: In der Vertretungssituation hat man nun mal an einer Schule, das ist ganz normal.
00:12:14: Sodass wir da halt auch unsere Herausforderung hatten, dass wir das nicht mehr so beibehalten konnten mit der Qualität und dem Herzblut, was die Kolleginnen und Kollegen reingesteckt haben.
00:12:25: Hat sich das in dem Jahr schon herausgestellt?
00:12:29: Ich würde sagen, ja, das ging relativ zeitnah.
00:12:33: Am Anfang waren die alle noch ganz Feuer und Flamme und dann hieß es ja jetzt bis da aber noch, ja, mein Fahrrad ist jetzt fertig repariert.
00:12:41: Was darf ich jetzt machen?
00:12:44: Weil die Kinder durften ihre eigenen Fahrräder mitbringen und dann wurden die halt repariert, gepimpt oder was auch immer.
00:12:52: Das war dann zum Beispiel das.
00:12:54: oder in der Holzwerkstatt, ja, ich bin jetzt durch mit meinem Projekt.
00:12:57: Warum soll ich jetzt noch ein neues machen?
00:12:58: Ich hätte da vielleicht noch ein Fahrrad.
00:13:01: In meiner letzten Folge habe ich ja schon darauf hingewiesen, dass viele Ganztagsangebote qualitativ nicht überzeugen und genau deshalb auch die Kinder und Jugendlichen oft nicht motiviert sind, daran regelmäßig teilzunehmen.
00:13:14: Aber Fahrräder reparieren, das ist doch schon eine große Sache.
00:13:19: Aber woran ist das denn bitte schön gescheitert?
00:13:21: Ich glaube, es war damals halt auch der Punkt, dass sie einfach zu viele Freiheiten hatten.
00:13:27: In dem Sinne, dass es hieß, du kannst dies machen, du machst jetzt erst deine Hausaufgaben oder du gehst direkt runter und kommst nochmal hoch, um dann deine Hausaufgaben nochmal zu machen.
00:13:40: Ich glaube, es war für die Schüler in dem Moment vielleicht ein bisschen zu viel Freiheit.
00:13:47: Wer eigentlich treu findet, wenn nicht wir das selber dürfen.
00:13:49: Ja, die Bertelsmann Stiftung hat ja gesagt, dass die Kinder diese Freiheiten ja eigentlich suchen.
00:13:54: Aber scheinbar muss man die Kinder erst da hinführen.
00:13:59: Das war für die größeren in der Tat.
00:14:01: Also diese AG war wirklich für unsere Schüler in der... Ich glaube, es waren die sieben Nacht, die wir in dieser AG, für die wir diese AG gemacht haben.
00:14:11: Wir haben da... Einmal ein tolles Projekt, das nach Freizeit, nach Hobby schreit und wir haben auf der einen Seite Hausaufgaben.
00:14:21: Und wenn wir da diesen Serb für die Kinder auch ein Spagat, also gerade unser Fünfer Sechser, die sagt, oh ja, gute
00:14:29: Projekte,
00:14:29: dann gehe ich doch lieber ins Projekt, als dass ich jetzt Hausaufgaben mache.
00:14:34: Ich glaube, wenn man das wirklich in der Unterstufe anders gestaltet, kann das da besser werden oder nachhaltiger werden, so wie wir es uns gewünscht haben, was ja unsere Idee war.
00:14:43: Aber vielleicht steht das ja aus der Sicht der Kinder im Widerspruch.
00:14:46: Was meinst du?
00:14:48: Überleg mal, das System sagt, ihr dürft auswählen.
00:14:52: Projekt oder Lernzeit.
00:14:54: Wenn ihr fertig seid mit den Hausaufgaben, geht ihr ins Projekt.
00:14:57: Manche Kinder machen die Hausaufgaben aber nicht, weil sie viel lieber ins Projekt wollen.
00:15:02: Sie haben dabei das Gefühl, Wir hätten ihnen erlaubt, auch direkt ins Projekt zu gehen.
00:15:07: In Wahrheit ist es aber eine Mogelpackung, eine vorgeschobene Freiheit, die keine echte ist.
00:15:14: Denn letztlich schreiben die Lehrkräfte am Vormittag doch in den Lernbegleiter.
00:15:18: Du hast keine Hausaufgaben gemacht.
00:15:21: Und vielleicht ist es diese Pseudo-Freiheit, die am Ende sogar dazu führt, dass manche Kinder sagen, sie gehen lieber in die Lernzeit.
00:15:30: Dort bekommen sie keinen Ärger.
00:15:32: Ich glaube, das ist ein wichtiger Punkt.
00:15:34: Das ist der Spagat von Vormittag, dem Vormittagbereich, halt auf wirklich alle Sachen, die von einem gefordert werden, einzulösen.
00:15:44: Und jetzt auf einmal ist ein schulischer, eine schulische Sache steht zur Option.
00:15:51: Ja, ich muss nicht, ich kann nicht, aber ihr habt doch gesagt, ich könnte.
00:15:57: Das ist ein wichtiger Punkt, das ist ein Spagat, absolut.
00:16:00: Und das ist an einer Ganztagsschule in gebundener Form eben anders, weil da gibt es Bereiche, wo die Kinder nur im Projekt arbeiten.
00:16:10: Da müssen sie keine Ausaufgaben machen, weil die Hausaufgaben dann am Vormittag zum Beispiel gemacht werden.
00:16:15: Was natürlich für den Biodomister-Kinder wesentlich besser ist.
00:16:18: Allerdings ja.
00:16:27: Wir haben jetzt hier nur so ein paar Möglichkeiten jetzt aufgeführt, woran es gelegen hat vielleicht.
00:16:33: Wir haben aber gemerkt, es funktioniert irgendwie nicht.
00:16:38: Es klappt irgendwie nicht so.
00:16:39: Wir waren nicht zufrieden, auch die Kolleginnen und Kollegen.
00:16:42: Dann haben wir so belegt, dass wir den Ganztag evaluieren.
00:16:46: Wir haben Fragebögen sogar entworfen für die Eltern, für die Schülerinnen und Schüler und auch für die Kolleginnen und Kollegen und haben am Ende festgestellt, dass die Zufriedenheit nicht so groß war.
00:17:03: Stimmt.
00:17:03: Wir sind dann wieder aus, ich nenne es jetzt mal das klassische Ganztagsmodell, umgestiegen.
00:17:09: Das heißt Lernzeit und Addi.
00:17:13: Das war dann neu.
00:17:15: Also wenn ich das jetzt nochmal so zusammenfasse, am Anfang, als du kamst, gab es nur die Lernzeiten, keine Angebote.
00:17:21: Dann sind wir ins kalte Wasser gesprungen mit einem ganz anderen Modell.
00:17:28: Das hat nicht ganz funktioniert, wie wir es wollten.
00:17:32: und sind dann in diese Lernzeit AG Struktur übergegangen.
00:17:37: Wie lief das da?
00:17:39: Ich denke, wie jeder, der entweder schon selber im Ganztag war oder halt Kinder im Ganztag hat oder im Ganztag arbeitet, wir hatten Lernzeiten und danach haben wir den Kindern AG Angebote gemacht, die sie halt frei wählen durften.
00:17:54: Also die AGs haben immer gewechselt, jeden Tag.
00:17:58: Genau.
00:17:59: Ob das jetzt sportlich war kreativ oder sonst das in der Richtung?
00:18:08: Was ist heute das aktuelle Konzept und wie zufrieden bist du damit?
00:18:13: Wir sind jetzt hierwochen drin und ich würde sagen, es läuft gut.
00:18:17: Für diese vier Wochen der Staat ist fehlversprechend.
00:18:20: Wir bieten jedem Schüler und jeder Schülerinnen ein Kreativangebot an, einmal die Woche dann einmal Bewegung, Entspannung und Spiele.
00:18:30: Das hört sich gut an.
00:18:32: Ja, vor allen Dingen ist es gleich verteilt und jeder bekommt mal etwas davon und gerade halt.
00:18:39: auch diese Entspannungsgeschichten sind sehr wichtig.
00:18:42: und weil es kommt in einem ganzen langen Tag für die Kinder leider zu kurz und dann können die während dieser AG halt auch noch runterfahren.
00:18:50: Das heißt, die gehen nach der Mittagspause direkt in die Lernzeiten, danach in die AGs.
00:18:57: Genau.
00:18:59: Und wir geben den Kollegen und Kolleginnen einfach nur vor, macht irgendetwas Kreatives, macht irgendetwas mit Entspannung.
00:19:06: Und da darfst dann jeder halt nach seinem eigenen Gut dünnen und sich die Dinge aussuchen.
00:19:13: Manche machen Traumreisen, manche bieten Nähen an für die kreativen Sachen.
00:19:19: Also ganz unterschiedlich.
00:19:22: Als Schulleiterin war ich selbst oft in der Lernzeit.
00:19:24: Das war mir immer ein großes Anlegen.
00:19:26: Ich habe diese fünfvierzig Minuten aber eher als ein Anhängsel des Vormittags empfunden.
00:19:33: Die Kinder kamen in ihre Klasse, die Stühle standen hoch, weil der Ordnungsdienst sie nach der letzten Stunde hochgestellt hatte.
00:19:40: Der Tafel war noch vollgeschrieben, dann stellten die Kinder nur ihren eigenen Stuhl herunter und ich musste sie immer darauf hinweisen, auch die anderen herunterzustellen.
00:19:49: Ich habe sogar erlebt, dass Kinder an ihrem Platz saßen, während links und rechts die Stühle noch hochgestellt waren.
00:19:56: Die Atmosphäre war echt so, dass ich dachte, wow, also hier möchte ich nicht arbeiten.
00:20:02: Dazu kam doch das Kurssystem.
00:20:04: Manche Kinder hatten Hausaufgaben, andere nicht.
00:20:07: Sie konnten sich also auch kaum gegenseitig helfen.
00:20:10: Eine echte Arbeitsatmosphäre ist aber selten entstanden.
00:20:14: Das hat mich schon sehr nachdenklich gemacht.
00:20:18: Das ist in der Tat sehr herausfordernd.
00:20:20: Also die Sache mit den Stühlen haben wir heute noch.
00:20:23: Das ist auch immer eine der ersten Sachen, die ich muss immer an dich denken.
00:20:27: Wenn ich sage, jetzt stellt doch erst mal bitte die Stühle runter, da wir anständig arbeiten können.
00:20:32: Aber ja, es ist so, bis die Kinder sich organisiert haben, bis sie an ihren Plätzen sitzen, bis sie ins Arbeiten reinkommen.
00:20:43: An der EGS, wir haben sehr heterokline Gruppen, was ein Vorteil ist, was aber in der Lernzeit, wenn man nur als einzige Lehrkraft oder als Einzigperson mit drin ist, schon Herausforderungen sein kann.
00:20:57: Weil man das Gefühl hat, den müsste ich vielleicht jetzt noch ein bisschen mehr motivieren und da sollte ich vielleicht noch mal drauf gucken.
00:21:08: Es ist... Man könnte jetzt ketzerisch sagen, ist es eine Lernzeit oder eine Hausaufgabenbetreuung?
00:21:31: Mir fällt gerade ein, Kerstin, hatten wir nicht einmal über ein Konzept nachgedacht und zwar mit Blick auf den neuen Bauabschnitt, den Ganztag ganz aus den Klassenräumen herauszunehmen und stattdessen im Neubau eine eigene Etage für die Ganztagskinder einzurichten.
00:21:47: Ein Konzept, da habe ich für gebrannt.
00:22:00: Das war mehr oder weniger mein Baby, als wir gesagt haben.
00:22:04: Wir haben direkt ein PC-Raum, wenn wir was brauchen für Recherche, was zum Ausdrucken, was zum Gestalten.
00:22:10: Wir haben die Bibliothek auch in der Nähe, wo man auch sagen kann, ich gehe jetzt mal kurz hin, ich brauche mal zehn Minuten.
00:22:17: Wir hätten alles in einem Gebäude gehabt.
00:22:21: Toll.
00:22:21: Und das wäre dann auch wieder so ein bisschen Back to the Roots gewesen zu dem Konzept, was wir gesagt haben.
00:22:27: Und hier machen wir ein Gruppenarbeitsraum hin.
00:22:28: Aber wir machen den anders.
00:22:30: Wir und hier machen wir den Stillarbeitsraum hin.
00:22:32: Wir hatten schon überlegt, welche Möbel machen wir.
00:22:34: Und und und und und und und und und und und und und und und und und und und
00:22:36: und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und
00:22:39: und und und und
00:22:40: und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und und.
00:22:49: Die hätten dann auch die Materialien schon gehabt, also so ein Stiftehalter.
00:22:54: Die hätten eine Leselampe gehabt.
00:22:57: Und in der Mitte sollte ein Tisch stehen, wo dann Materialien sind.
00:23:00: Es war mega.
00:23:01: Wir hatten schon Zeichnungen für Räume und wir hatten alles geplant und es war mega.
00:23:06: Also das war ein richtig tolles Konzept, es dann an Raummangel gescheitert.
00:23:12: Aber diese Idee, dass die Kinder mit den anderen den Klassenraum verlassen und nicht wieder zurück in diesen verweisten Raum zurückkehren, sondern in eine Umgebung, die in, ich sage mal, ein Anführungszeichen sowas Heimliches hat.
00:23:32: Es war der Kern dieses Konzepts.
00:23:35: Absolut.
00:23:36: Absolut.
00:23:36: So hatten wir auch die Räume uns schon vorgestellt, halt auch nicht wie Klassenräume sind doch teilweise sehr kark.
00:23:43: und Es war wirklich, die Rollmer hatten mir heimelig, farbenfroh, mit Sitz-Ecken und wer weiß, was nicht alles vorgesehen.
00:23:53: Ja.
00:23:53: Ja, das schade.
00:23:54: Aber da sieht man mal, Raummangel führt dazu, dass viele gute Projekte und Ideen leider nicht umgesetzt werden können.
00:24:03: Das ist so superwichtig.
00:24:05: Alle gehen, alle Halbtagskinder, nur die Ganztagsschüler bleiben.
00:24:09: Was finden sie vor?
00:24:11: Das wie Nassenraum,
00:24:12: der ist ja... Die finden einen Klassenraum vor mit hochgestellten Stühlen.
00:24:17: Die Tafel ist noch vollgeschrieben.
00:24:20: Es ist wie Nachsitzen, wie du sagst.
00:24:22: Sie verlassen nach der sechsten Stunde mit ihren Mitschülerinnen und Mitschülern den Klassenraum und wechseln in den Ganztagsbereich, der räumlich getrennt ist.
00:24:33: Es fühlt sich dann so an, als ob sie nach Hause gehen.
00:24:38: Von da an beginnt nämlich der Nachmittag.
00:24:41: Dort stellen sie ihre Tasche ab, und starten dann nach der Mittagspause mit der Lernzeit.
00:24:47: Mega.
00:24:48: Wir hatten da ja auch den Ganztagsraum geplant, wo die Kinder dann auch noch in der Mittagspause hingehen konnten.
00:24:56: Entweder sie gehen in die Bibliothek, sie kommen zu uns den Ganztagsraum, wir hatten die Anwendung gehabt, dass pädagogische arbeiten oder was.
00:25:04: Und ich bin nach wie vor, und ich bin jetzt seit dem Ganztag seit dem Jahr zwei Tausend Fünfzehn tätig, ich bin nach wie vor von diesem Konzept mehr als überzeugt.
00:25:13: Gut.
00:25:15: Also, liebe Hörerinnen und Hörer, wenn ihr die Folge, eine Idee wird beschlossen, gehört habt, dann setzt euch jetzt mit ein paar Gleichgesinnten zusammen und überlegt, wie ihr den Ganztag verändern könnt.
00:25:28: Vielleicht ist dieses Konzept ja auch wirklich etwas, was euch zusagt.
00:25:33: Das würde uns freuen, ne?
00:25:35: Absolut.
00:25:54: So, Kerstin, wir machen mal weiter.
00:25:56: Jetzt haben wir uns ein bisschen beruhigt.
00:25:59: Kommen wir... zu den Menschen im Ganztag.
00:26:06: Kerstin, ein Thema ist ja immer Kerstpersonal oder die Menschen, die den Ganztag tragen.
00:26:15: Dazu zählt aber auch ein Team.
00:26:18: Also man braucht Menschen, die zusammenarbeiten, die sich beraten, wie wir Teamarbeit heute erlebt.
00:26:26: Unser Team umfasst mehrere Menschen, die ganz unterschiedliche Rollen einnehmen.
00:26:32: Zum einen organisatorisches zum anderen Arbeit mit den Kindern.
00:26:39: Natürlich betrachten wir die Lehrer und Lehrerinnen, die bei uns im Ganztag sind halt auch Teil unseres Teams, aber das ist nicht das Kernteam.
00:26:46: Kernteam besteht für uns aus den zwei Pädagogen, meinem Kollegen und mir.
00:26:52: Und dann halt auch noch eine weitere Kollegin, die uns in der organisatorischen Sache unterstützt, mit E-Mails und so und und.
00:27:02: dann natürlich halt die Ganztagsleitung, die alles im Blick hat und uns nach Kräften unterstützt
00:27:09: und
00:27:09: was sehr wichtig ist, die didaktische Leitung und vor allen Dingen halt hier unsere Stufenleitung.
00:27:17: Das klingt ja wirklich sehr vielfältig.
00:27:19: Je mehr Leute aus verschiedenen Bereichen, umso besser für ein Team.
00:27:23: Wir haben kurze Wege.
00:27:25: Das ist das Gute.
00:27:26: Also wenn wir sehen, wir kommen jetzt mit dem einen oder anderen Schülerinnen nicht zurecht, dann haben wir die Möglichkeiten halt direkt zu den Klassenlehrern oder Tutoren, wie wir es nennen zu gehen.
00:27:38: Und wenn wir dort niemanden bekommen, haben wir immer die Möglichkeit halt auch nochmal Richtung Schulleitung oder halt auch Stufenleitung zu gehen.
00:27:47: Wer sind denn
00:27:48: so
00:27:48: für dich die tragenden Personen an dem Ganztag?
00:27:54: Würde man die Kolleginnen und Kollegen fragen, würde es, glaube ich, heißen, dass mein Kollege und ich das sind.
00:28:01: Mit natürlich unserer Leitung.
00:28:05: Für mich persönlich natürlich.
00:28:07: die gute und intensive Zusammenarbeit mit meinen Kollegen betauschen uns sehr gut aus.
00:28:11: Wir können jetzt sogar schon das erste Mal sehr früh mit unserer pädagogischen Arbeit anfangen.
00:28:17: Das heißt, wir haben uns vorgenommen, jetzt in die Fünfer verstärkt reinzugehen, damit wir unsere Fünfer mal kennenlernen.
00:28:23: und wissen wo wir eventuell unterstützen können.
00:28:25: und dann sind wir halt auch schon dabei mit dem Vorderlehrern Kontakt aufzunehmen, mit den Tutoren und und und.
00:28:33: Wer trägt es noch?
00:28:34: Für mich sind unsere Samse wichtig.
00:28:38: Wir haben ein Projekt für uns an der Schule, das sind Schülerarbeiten mit Schülern kurz vorm Samms.
00:28:44: Die sind bis zu den Herbst fehlen jetzt in den Klassen fünf und sechs.
00:28:48: eingesetzt und werden dann nach den Herbstferien in Kleingruppenarbeit Schüler und Schülerinnen betreuen und begleiten bei den Hausaufgaben, denen es vielleicht manchmal ganz gut tut, wenn sie nicht in der großen Lernzeit sitzen, sondern irgendwo separat einen kleinen Raum haben.
00:29:05: Schließlich der Kreis, da sind wir wieder bei der stillen Lernzeit vom Anfang.
00:29:08: Und
00:29:08: der Individualisierung.
00:29:10: Absolut.
00:29:11: Und wir haben unsere Team, das sind externe Hilfskräfte.
00:29:16: Die zu uns kommen meistens Studenten, Lernstudenten, die uns unterstützen, die uns in den Lernzeiten unterstützen, noch zusätzlich zu den Lehrern.
00:29:26: Und die für uns am Donnerstag, der Donnerstag ist bei uns immer ein Spezialfall, den kompletten Nachmittag abdecken.
00:29:34: Und zwar mit einer Doppelstunde AG.
00:29:38: Das heißt, dieser Donnerstag ist ja der Konferenztag und da können keine Lernzeiten stattfinden, soweit ich weiß, da finden nur AGs statt.
00:29:49: Genau, es finden ausschließlich AGs statt.
00:29:52: Das ist doch für die Kinder bestimmt auch ganz schön.
00:29:55: Toll.
00:29:56: Mehr, die dürfen mal zwei Stunden lang sich bewegen.
00:29:59: oder wir haben eine ganz, ganz tolle Kooperation mit dem Jungzentrum bei uns in Mainz-Hechtsheim und wir haben... Hintergedanke ist es, dass wir die Kinder, die aus Hecht haben und aus Ebersheim kommen, ans Jungzentrum anbinden wollen, weil wir da eine zusätzliche Ressource sehen.
00:30:16: Und die freuen sich schon mal drauf, wenn unsere sechs, wir machen das mit den Märkern sechs, wenn die sechser halt dann wirklich zwei Stunden lang im Jungzentrum sich aufhalten
00:30:26: dürfen.
00:30:27: Ja, dürfen wir spielen, dürfen sich unterhalten.
00:30:30: Da sind Sozialarbeiter da.
00:30:38: Also Individualisierung ist ja möglich durch die Samms, was ja durch normale, in Anführungszeichen Leckkräfte ja nicht so geleistet werden kann in der Form.
00:30:51: Die Themen sind da eher außen vor, weil die ja auch jetzt nicht speziell so eine pädagogische Ausbildung haben.
00:31:00: Die machen meistens nur die Aufsichten soweit ich das noch so weiß.
00:31:04: Ja, wir haben das in diesem Jahr sogar so.
00:31:06: oder Besser gesagt, wir haben im letzten Jahr schon mit angefangen, dass die als Zweitbesitzung mit in die Lernzeiten reingehen.
00:31:12: Das heißt, da ist auch schon eine bedingte individuelle Förderung möglich.
00:31:15: Genau, weil dadurch die Lehrkräfte halt mehr Ressourcen haben, auch individuell auf die Kinder einzugehen.
00:31:22: Und was uns halt wichtig ist, und das hast du damals noch eingeführt, dass wir die Klassenlehrer in ihren Lernzeiten haben, also die Tutoren in ihren Lernzeiten haben.
00:31:32: Und wenn das nicht immer geht, weil dreimal die Woche, Dann haben wir geschaut, dass wir die Fachlehrer, die in dieser Klasse unterrichtend drin
00:31:40: haben.
00:31:41: Sehr gut, ja.
00:31:42: Und die professionelle Zusammenarbeit hast du eben auch gerade von angesprochen?
00:31:47: Wenn man sich das so vorstellt, der Ganztag besteht nicht nur aus Lernzeit und AG, sondern wir haben ganz viele Menschen, die halt da auch noch zwischendurch immer mal wieder eine wichtige Rolle oder Position übernehmen, ob das die Schulsozialarbeit ist, ob das die Förderlehrer sind.
00:32:04: oder halt auch die E-Kräfte oder Schulbegleitungen für diese Kinder.
00:32:10: Punktuell haben wir auch immer die Möglichkeit, halt noch den Schulpsychologischen Dienst mit dazu zu holen.
00:32:16: Ja, für die Kinder, aber auch für uns, wenn wir mal irgendetwas knacken, wo wir sagen, oh, da kommen wir jetzt gerade nicht weiter, da beißen wir uns fest, wir gehen wir damit um.
00:32:25: Also es sind ganz, ganz viele Sachen.
00:32:28: Aber wenn wir jetzt den Bogen wieder zur Individualisierung spannen, es gibt eine besondere Sache, auf die ich sehr stolz bin und sehr glücklich bin, dass wir das haben.
00:32:36: Wir haben vor vier Jahren es geschafft, ein Programm ins Leben zu rufen, und zwar ein LRS-Programm.
00:32:45: Für die Kinder, die eine Leserechtsschreibschwäche haben, aber nicht an eine Therapie angebunden sind, haben wir eine Lehrbahn gefunden.
00:32:53: die dann halt einmal die Woche mit einer kleinen Gruppe mit LRS Kindern gearbeitet hat.
00:33:01: Also optimal.
00:33:02: Und ich glaube, dass es auch etwas, wo richtig stolz drauf sein können, was uns auch so ein bisschen unterscheidet.
00:33:09: Das ist ein weiterer Schritt, den Kindern halt etwas anzubieten, was vielleicht außerhalb nicht so machbar ist.
00:33:25: Wie ist das Verhältnis zwischen dem Vormittag und dem Nachmittag?
00:33:29: Ich glaube, dass wir da ein großes Potenzial haben, was zurzeit noch brach liegt.
00:33:34: Was würdest du dir da wünschen?
00:33:36: Ich finde, das ist in einer Ganztagsschule ein Angebotsform schwierig, weil wir immer die Vormittagsschüler außen vorlassen.
00:33:45: Das heißt, wenn wir Programme anbieten, ob das jetzt ein soziales Kompetenztraining ist, was wir anbieten möchten jetzt, ob die Macht der Wort.
00:33:55: Also wir haben verschiedene, der Kollege und ich, wir haben verschiedene Trainingskonzipiert, die wir anbieten möchten.
00:34:01: Wir bieten die dann immer nur für die Nachmittagskinder an und mir fehlt dann so ein bisschen die Nachhaltigkeit halt, das dann auch mit in den Vormittag reinzunehmen.
00:34:10: Also ich würde mir für solche Projekte Sachen zum Beispiel mal wünschen, dass dann halt eine ganze Klasse mal einen Nachmittag da bleibt, damit so ein Projekt mal durchgeführt werden kann.
00:34:19: von dem alle profitieren.
00:34:36: Liebe Kerstin, kommen wir mal zu den Visionen.
00:34:39: Du kamst ja an die Schule zu uns mit Visionen, ja?
00:34:43: Du wolltest mal gucken, wie ist denn der Ganztag?
00:34:45: Ist das vereinbar?
00:34:46: Was kann ich da noch lernen?
00:34:48: Wenn du jetzt die Möglichkeit hättest, den Ganztag völlig frei zu gestalten, also würde jemand kommen sagen, hofa, machen sie mal.
00:35:00: Geld spielt keine Rolle.
00:35:03: Wie würde der Ganztag dann aussehen.
00:35:07: Glitzer und Zauberstärken, meinst du.
00:35:09: Okay, wie würde der Ganztag aussehen?
00:35:11: Ich hätte gerne unser Konzept, für das wir brennen.
00:35:14: Ich glaube, lieber Hörer und Hörerinnen, das haben Sie gemerkt.
00:35:17: Das war wieder eine typische Dynamik für uns.
00:35:20: Ich hätte gerne dieses Konzept, aber ich hätte darüber hinaus auch so etwas wie eine Elternschule.
00:35:28: Das wäre Ein Elterncafé anbieten könnten in zur gleichen Zeit parallel.
00:35:36: Die Eltern zu uns kommen könnten und wir mit denen reden können, den Fragen beantworten können oder denen bei irgendwelchen Formularen helfen können, die sie ausfüllen müssen.
00:35:46: Ja, aber vielleicht nicht in vereinfachter Sprache da sind.
00:35:49: Ich hätte gerne die Möglichkeit jedes Kind mir einmal anzuschauen, auch im Vormittag, um zu sehen, hier Muss man da vielleicht noch irgendwas beachten?
00:36:00: Ist uns da vielleicht irgendetwas durchgegangen auch Richtung diagnostischer Sicht?
00:36:04: Ich würde gerne den Lehrern zeigen, dass der Nachmittag eine ganz tolle Sache ist, dass es eine Chance ist und diese Chance, dass wir die auch mit in den in den Vormittag reinnehmen können.
00:36:14: Eben haben wir uns unterhalten.
00:36:16: Ich habe dir von der Expertenlernzeit erzählt.
00:36:18: Ja, ich hätte gerne diese Expertenlernzeit.
00:36:20: Die Expertenlernzeit heißt, dass jedes Kind Experte für eine Sache ist.
00:36:25: Und das kann sein, ich bin Experte, dass man gut neben mir sitzen kann, weil ich immer ruhig arbeite und ich ruhe ausstrahle.
00:36:32: Das muss nicht immer Mathe sein, das muss nicht immer Englisch, Deutsch oder sonst was sein, sondern es kann auch einfach sein, ich bin gut dabei, meinen Ranzen aufzuräumen oder ich bin gut dabei, Dinge zu finden, also dass wir Experten haben.
00:36:47: und jeder sich als Experte auch sehen kann, dass jeder etwas Tolles kann, was er einbringen kann.
00:36:52: Ich würde gerne an dieser Expertenlernzeit arbeiten.
00:36:56: Ich würde gerne individueller auf die Kinder eingehen.
00:37:01: Wir hatten es eben schon an einer IGS, haben wir heterogene Gruppen.
00:37:05: Wir haben Kinder, die zum einen mehr Zeit brauchen, mehr Raum für sich und ihre persönliche Entwicklung haben, die nicht immer im schulischen Bereich sind.
00:37:16: Wir haben aber auch Kinder, das sind Überflieger, die nach fünf Minuten sagen, ich bin fertig und was jetzt.
00:37:23: Und denen auch etwas anzubieten, ob das etwas Kognitives ist oder ob das etwas ist, was sie persönlich weiterbringt.
00:37:31: Also diese ganzen persönlichen Skills.
00:37:33: und vor allen Dingen wäre ich furchtbar dankbar, wenn wir die Eltern wieder mehr in eine Bildungsgemeinschaft mit uns Schule reinbringen können, also wenn wir dafür Wege finden.
00:37:48: Welche das sein können, vielleicht ist es das Elterncafé oder was auch immer.
00:37:53: Aber das wären so die Sachen, die mir spontan einfallen.
00:37:56: Geht mir eine Stunde, vielleicht kommt noch mehr.
00:38:11: Wir kommen zum Ende, Kerstin.
00:38:13: Und
00:38:14: es ist immer so, dass ich
00:38:15: meinen Gästen ... Immer die gleiche Frage stelle, so und etwa.
00:38:21: Was würdest du Kolleginnen und Kollegen mit auf den Weg geben, die neu in den Ganztag einsteigen?
00:38:29: Es ist eine Chance.
00:38:31: Es ist eine Möglichkeit, Dinge auszuprobieren, andere Unterrichtsmaterialien mit einzubringen, das noch mal vorzulegen.
00:38:40: Aber die größte Chance, die ich sehe, ist die Beziehungsgestaltung, weil in den zwei Stunden wenn man jetzt Lernzeit und Acké hat.
00:38:49: In den zwei Stunden hat man die Möglichkeit, die Kinder anders kennenzulernen, die Kinder anders wahrzunehmen, aus ihrem festgelegten Rollengefüge mal so ein bisschen rauszubekommen und zu sehen, dass wir ganz, ganz tolle Kinder haben mit ganz viel Qualitäten und dass sich jeder Tag dafür lohnt.
00:39:09: Kommen wir nun zur allerletzten Frage.
00:39:13: Was würdest du der Politik sagen?
00:39:16: Ich würde sie einladen, aus ihrer Bubble rauszukommen.
00:39:19: Ich würde sie einladen, zu uns in die Schulen zu kommen.
00:39:23: Ich würde sie einladen, zu sehen, was wir für Möglichkeiten haben.
00:39:27: Wir haben ja einen großen sozialen Raum mit allen Sachen gemischt.
00:39:33: Alle Anforderungen, alle Religionen, alle Intelligenzwurm oder wie immer man das auch nennen möchte.
00:39:40: Ich würde sie einladen, kommt zu uns und seht das Potenzial, was wir haben.
00:39:45: Und... Nehmt Bildung ernst.
00:39:48: Ja, danke schön, Kerstin.
00:39:49: Vielen, vielen Dank, dass du da warst.
00:39:51: Danke für die Einladung, es war toll.
00:39:53: Gerne wieder.
00:39:54: Ja, vielleicht steht ja noch ein Thema aus.
00:39:58: Dann bist du wieder hier im Podcast.
00:40:00: Danke schön.
00:40:01: Danke, ausser der.
00:40:08: Was wir heute gehört haben, zeigt deutlich.
00:40:11: Ganztagsschule ist ein Spannungsfeld zwischen
00:40:14: Anspruch und...
00:40:15: Wirklichkeit.
00:40:16: Konzepte, die auf die Papier überzeugend klingen, stoßen im Alltag oft an ihre Grenzen, sei es durch Raummangel, fehlende Ressourcen oder widersprüchliche Erwartungen.
00:40:27: Und doch liegt genau darin die Chance.
00:40:29: Scheitern macht nämlich sichtbar, was verändert werden muss.
00:40:33: Scheitern ist also nicht das Ende, sondern eine Lehre, vielleicht die ehrlichste, die wir haben.
00:40:39: Wenn wir bereit sind, etwas zu verändern, können wir ganz Tagsschule so gestalten, dass alle davon profitieren.
00:40:55: Liebe Hörerinnen und Hörer, ich freue mich auf eure Rückmeldungen und eure Fragen.
00:41:00: Schreibt mir gerne an kontakt.eddmachterschule.de und denkt daran, Ganztagsschule ist kein Anhängsel des Vormittags, sondern eine Bereicherung, die den Tag
00:41:13: prägt.
00:41:14: Bis zum nächsten Mal.
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